FeedHarrison (William Henry)
GeschichteBrockhaus 1882

Harrison (William Henry), neunter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, geb. 9. Febr. 1773 in Berkeley, Charles County, im Staate Vir-Untere war der Sohn Benjamin H.s, eines der nterzeichner der amerik. Unabhängigkeitserklärung, und wurde im Hampden-Sydney-Collegium erzogen. Früh verwaist und ohne Vermögen, trat er 1792 als Offizier in das Heer ein, welches der General Wayne gegen die Indianer an die nordwestl. Grenze der Union führte. Er nahm 1797 als Hauptmann seine Entlassung, wurde aber sogleich zum Vizegouverneur von Indiana ernannt. Als Abgeordneter dieses Gebiets im Kongreß der Union setzte er das Gesetz in Betreff der Veräußerung der Bundesländereien in kleinen Parzellen durch, dem der Westen seinen blühenden Anbau verdankt. In dem 1811 gegen die Indianer unternommenen Kriege, der alsbald auch einen Kampf gegen die Engländer in Canada nach sich zog, gewann H. als Befehlshaber des Bundesheeres das entscheidende Treffen bei Tippecanoe 5. Nov. 1811 und eroberte mehrere von den Briten genommene feste Plätze. Endlich drang er, nachdem Perry die Seemacht der Briten 10. Sept. 1813 auf dem Eriesee vernichtet, in Obercanada ein, wo er 5. Okt. Learse den General Proctor das Treffen an der Themse gewann, womit dem Kampfe in diesen Gegenden ein Ende gemacht war. Hierauf eilte er an die Grenze von Niedercanada, mußte aber bald den Oberbefehl mit einem Kommando im Innern der Union vertauschen. Im April 1814 zog sich H. ins Privatleben zurück. Als Mitglied des Kongresses sprach er (1816 —19) vergebens für eine bessere Einrichtung der Miliz. Er wurde 1824 zum Vereinigten-Staaten-Senator erwählt und 1828 von Adams zum Gesandten in Columbia ernannt, jedoch schon 1829 von Jackson zurückberufen. Arm und mittellos, bekleidete H. seitdem, um seine zahlreiche Familie zu ernähren, die Stelle als Schreiber des Kreisgerichts in North-Bend am Ohio, die ihm seine Freunde verschafft hatten. Was die Whigpartei schon 1836 vergebens für ihn versucht hatte, gelang ihr 1840. An van Burens Stelle wurde er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten für die Periode von 1841 bis 1845 erwählt. Dor schon 4. April 1841 ging er mit Tode ab, der erst Präsident der Union, der während seines Amtster mins starb. An seiner Statt übernahm die Regie rung der Vizepräsident John Tyler. kessel, Bd. IV, S. 812.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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