Hartmann (Leo), bekannt durch das Attentat auf Kaiser Alexander II. von Rußland, das er 1. Dez. (19. Nov.) 1879 zu Moskau mit Sophie Perowskaja durch Sprengung des Eisenbahndammes ausführte, welches aber dadurch seinen Zweck verfehlte, daß im Moment der Explosion ein anderer Zug als der des Kaisers über das Gleis fuhr und zerschmettert wurde. Beide Verschworene hatten sich in der Nähe der Bahn in einem Häuschen eingemietet und von hier aus heimlich mit ihren Helfershelfern eine Mine bis unter das Gleis gegraben. Die Explosion wurde durch den Schluß einer elektrischen Kette bewirkt. H. floh nach dem Attentat nach Frankreich, wurde aber auf Verlangen Rußlands gefangen genommen und war nahe daran, an dasselbe ausgeliefert zu werden (Febr. 1880), als man ihn im letzten Moment, vor Ankunft des russ. Staatsanwalts, freiließ. Er ging darauf nach England, später nach Amerika, hielt hier Vorträge, wurde aber argwöhnisch als Verbrecher behandelt, sodaß er wieder nach England zurückkehrte. H. ist der Sohn deutscher Kolonisten in Archangel, aber wenig des Deutschen mächtig. Vor dem Attentat war er Mitglied eines revolutionären Lokalvereins in Saratow und hatte zugleich die Stellung eines Amtsschreibers daselbst inne. Die Terroristen benutzten ihn seiner chem. und elektrischen Kenntnisse halber.