Hauenschild (Richard Georg Spiller von), als Dichter bekannt unter dem Namen Max Waldau, geb. 24. März 1825 zu Breslau, widmete sich daselbst dem Studium der Rechte und Kamefralwissenschaften, das aber bald gegen die tigung mit neuern Sprachen, Geschichte und Phi losophie in den Hintergrund trat. Nachdem er seine Studien in Heidelberg fortgesetzt, bereiste er Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Belgien und Italien und besuchte dann noch eine Zeit lang die Landwirtschaftliche Akademie zu Proskau, bis ihn die Bewegungen von 1848 auf sein Familiengut Tscheidt bei Bauerwitz in Oberschlesien zurückriefen, wo er schon 20. Jan. 1855 starb. H. gehörte zu den begabtesten Dichtern der jüngsten deutschen Litteraturepoche. Außer der Jugendarbeit Ein Elfenmärcheno (Heidelb. 1847) erschienen von ihm Blätter im Windey (Par. 1847; neuer Abdruck, Lpz. 1849), Canzonenp (Lpz. 1848), „O diese Zeit! Canzoner (Hamb. 1850), Cordula. Graubündner Sagey r 1854; 2. Aufl. 1855) und «Rahabo (Hamb. 1855). Diese Dichtungen zeichnen sich durch Pracht der Sprache aus und bekunden zugleich Wärme und Wahrheit des Gefühls. Die allgemeinste Aufmerksamkeit erregten jedoch H.3 Romane Mach der Natury (3 Bde., Hamb. 1850; 2. Aufl. 1851) und «Aus der Junkerwelte (2 Bde., Hamb. 1850). In sozialer und polit. Beziehung gehören sie der freisinnigsten Richtung an, aber in eigentümlich edler Auffassung. Seine Nachbildung der provengal. «Sirvente von Peyre Cardinal⸗ (Hamb. 1850) bekundet seine eingehenden und gründlichen Studien über das Zeitalter der Troubadours.