Haustiergarten, von Julius Kühn im J. 1866 am landwirtschaftlichen Institut der Universität zu Halle a. d. S. ins Leben gerufen, bietet ein Hilfsmittel für die Forschung und den Unterricht auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Tierzucht dar, wie solches an keiner andern Stätte existiert. Der H. hat den Zweck, die wissenschaftlichen Fragen hinsichtlich der Züchtung ihrer Lösung entgegenzuführen und die verschiedenen Arten und Rassen der Haustiere in lebenden Exemplaren zur Anschauung zu bringen und damit den Unterricht in der speziellen Tierzucht zu unterstützen. Der H. leistet auf dem Gebiete der Rassenkunde und der züchterischen Forschung ganz dasselbe wie der ökonomisch-botan. Garten auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen Pflanzenbaues. Der H. in Halle a. d. S. enthält nahe an 600 Tiere, durch welche die wichtigsten Rassen des Rindes, Schafs, Esels und Pferdes in typischen Eremplaren vertreten sind. Julius Kühn hat durch die in Halle ausgeführten Züchtungsversuche namentlich die Fragen nach dem Grade der Verwandtschaft der zu einer Gattung gehörenden, mit den Haustieren verwandten und teils wild lebenden Arten, nach der Vererbungsfähigkeit derselben bei Paarung mit den Haustieren teils gelöst, teils ihrer Lösung erheblich näher gebracht.