Hebert (Jacques René), genannt Peére Duchesne, einer der ärgsten Demagogen der Französischen Revolution, war 1755 zu Alengon geboren. Von niedriger Abkunft, suchte er zu Paris ein Unterkommen und wurde erst Billeteur an einem kleinen Theater, dann Bedienter, Stellungen, welche er beide male wegen Veruntreuungen verlor. Zu Anfang der Revolution veröffentlichte er mehrere Flugschriften gegen den Hof, trat in den Klubs als Voltsredner auf und gewann besonders bei den Jakobinern durch seinen blutdürstigen Fanatismus Einfluß. Ein Postbeamter, Lemaire, gab damals unter dem Titel Pere Duchesnerp ein kleines, auf die Verbreitung der konstitutionellen Grundsätze berechnetes Volksblatt heraus. Der Erfolg desselben veranlaßte die Jakobiner zur Gründung eines gleichbenannten Journals, dessen Redaction man H. anvertraute. 90 diesem neuen «Peère Duchesnes, der namentlich in den Provinzen und im Heere verbreitet wurde und dessen Name auf den Redacteur selbst überging, rief H. das Volk zum Aufstande und zum Umsturze der Verfassung auf. Infolge der Ereignisse vom 10. Aug. (1792) wurde er Mitglied des revolutionären Gemeinderats. So erhielt er Gelegenheit, bei den Septembergreueln und allen Volksbewegungen eine wichtige Rolle zu spielen. Als im Mai 1793 die revolutionäre Gemeinde mit den Jakobinern einen Anschlag auf das Leben der Girondisten vorbereitete, ließ die vom Konvent zur Untersuchung berufene Kommission 25. Mai H. und einige andere verhaften. Der Konvent aber wurde deshalb vom Pöbel so heftig bedroht, daß er die Verhafteten freigeben und die Kommission auflösen mußte. In dem Prozeß Marie Antoinettes wagte H. der Königin Unzucht mit ihrem Sohne vorzuwerfen, zu derselben Zeit, wo auf seinen und seiner Genossen, der Hébertisten, Betrieb die Notre-Damekirche in einen Tempel der Vernunft verwandelt wurde. Fabre d'Eglantine, Desmoulins, Danton brachte er vor das Revolutionstribunal, bis ihm im März 1794 dies Schicksal seitens Robespierres selbst zuteil wurde. Am Tage nach seiner am 24. März erfolgten Hinrichtung fiel das Haupt seiner Frau, einer Nonne, die er ein Jahr zuvor geheiratet hatte.