Leuchtenberg, Standesherrschaft von 220 qlem mit 6500 E., in der bayr. Hoerpfllz zum alteh Nordgau gehörig, mit dem Städtchen Pfreimdt als Hauptort, war früher eine gefürstete Landgrafschaft mit Sitz und Stimme auf dem Reichstag und hat ihren Namen von dem alten Bergschlosse Leuchtenberg im gleichnamigen Flecken, dem Stammsitze der Landgrafen von L., die 1646 mit Adam Maximilian im Mannsstamme erloschen. Obschon nun bereits 1502 der Herzog Heinrich von Mecklenburg auf die Hälfte der Landgrafschaft durch den Kaiser Maximilian J. die Anwartschaft erhalten hatte, so wurde doch 1647 der Herzog Albrecht, als der Gemahl der Schwester des letzten Landgrafen, mit der ganzen Landgrafschaft belehnt, die er indes nachher an seinen Bruder, den Kurfürsten Maximilian von Bayern abtrat, der sie seinem zweitgeborenen Sohne Maximilian Philipp überließ. Als dieser 1707, während der Kurfürst von Bayern in der Reichsacht war, kinderlos verstarb, wurde 1709 der Fürst Leopold Matthias von Lamberg mit der Landgrafschaft beliehen, die indes 1714 wieder an Kurbayern kam. Der König von Bayern, Maximilian Joseph, trat sie 1817 nebst einem Teile des Fürstentums Eichstätt, zusammen 564 aEm, an seinen Schwiegersohn, Eugen Beauharnais, den ehemaligen Vizekönig von Italien, ab, der nun den Titel Herzog von L. und Fürst von Eichstätt annahm und für diese Besitzung der Krone Bayern die 5 Mill. Frs. überließ, welche das Königreich beider Sicilien ihm als Entschädigung für seine Dotation in Neapel zahlte. Dem Herzog wurde, sowie seinen Nachfolgern in der Standesherrschaft nach dem Rechte der Erstgeburt, das Prädikat Königliche Hoheit, den übrigen Mitgliedern der Familie der Titel Fürsten und Fürstinnen von L. mit dem Prädikat Durchlaucht zugestanden. Auch erhielt das Haus L. den Rang unmittelbar nach den Gliedern der königl. Familie und für den Fall des Erlöschens des bayr. Mannsstammes die Rechte der Nachfolge. Vgl. Wittmann, Geschichte der Landgrafen von L. (3 Tle., Münch. 1851—52); Brunner, Geschichte von L.v (Weiden 1862).