FeedLudwig VII.
GeschichteBrockhaus 1882

Ludwig VII., der Bärtige, Herzog von Bayern-Ingolstadt, Sohn Herzogs Stephan III. und einer Visconti von Mailand, kam, etwa 27 Jahre alt, 1392 an den Hof seiner berüchtigten Schwester Isabeau (s. d.), der Gemahlin des Königs Karl VI. von Frankreich. Er spielte in den franz. Parteiungen eine hervorragende Rolle, bis sein Vater 1413 starb und ihm nun die Regierung zu Hause oblag. L. war bald mit allen seinen Nachbarn in Streit, besonders mit seinem Vetter Heinrich von Bayern-Landshut, von welchem er sich verkürzt glaubte und während des Konstanzer Konzils meuchlerisch angefallen wurde. Da er einen seiner unehelichen Söhne, Wieland von Freiberg, ungebührlich bevorzugte und den rechtmäßigen Erben Lu dwig VIII., den Buckeligen, zurücksetzte, trat dieser 1438 auf die Seite der Feinde, eroberte 1439 Ingolstadt und nahm den Vater 1443 in Neuburg gefangen. L. kam nie mehr frei; denn obwohl der Sohn schon 1445 starb, hielten dessen Witwe und ihr Bruder Markgraf Albrecht Achilles von Ansbach ihn fest und überlieferten ihn zuletzt dem Herzog Heinrich, in dessen Gewahrsam er 1447 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 231Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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