Longinus (Dionysius Cassius), ein platonischer Philosoph und berühmter Rhetor, geb. um 213 n. Chr., nach einigen in Emesa in Syrien, nach andern in Athen, beschäftigte sich zu Alexandria und Athen mit der griech. Litteratur und nahm in den Anfängen der neuplatonischen Spekulation eine bedeutende Stellung als Kritiker ein. In seinen spätern Jahren folgte er dem Rufe der Zenobia als Lehrer ihrer Kinder nach Palmyra, wurde zugleich in das Schicksal dieser Königin mit verwickelt und auf Befehl des Kaisers Aurelianus als Hochverräter 273 n. Chr. enthauptet. Von seinen Schriften ist nur noch die unter dem Titel 41Ieor oober (Vom Erhabenen »v) vorhanden, worin er mit feinem kritischen Gefühl das Wesen des Erhabenen in Gedanken und Schreibart erläutert. Dieselbe wurde von Toup mit Ruhnkens Anmerkungen (Orf. 1778; zuletzt 1806), von Weiske, (Lpz. 1809), Egger (Par. 1837), Bake (Orf. 1849) und Spengel (in den «Rhetores Graeciv, Bd. 1, Lpz. 1853) am besten bearbeitet, von Schlosser ins Deutsche (Lpz. 1781), von Boileau ins Französische übersetzt (Par. 1694 u. öfter).