Ludwig I., Herzog von Anjou, König von Neapel, war ein Sohn König Johanns von Frankreich und führte dort während der seines Neffen Karl VI. die Regentschaft, bemüht sich möglichst zu bereichern und dadurch die Mittel zum Zuge nach Neapel zu gewinnen, dessen Königin Johanna I. (s. d.) ihn 1380 in der Bedrängnis durch Karl von Durazzo als Erben adoptiert hatte. Als er endlich 1382 nach Neapel gelangte, war Johanna schon tot und Durazzo, als König Karl III. (s. d.), trieb L. aus dem Lande. L. starb 1384 in Paris; seine Witwe Maria machte nach der Ermordung Karls (1386) die Ansprüche ihres minderjährigen Sohnes Ludwig II.geltend und fand auch zeitweise, besonders in der Stadt Neapel, Anerkennung, bis der Prinz Otto von Braunschweig, Witwer Johannas I., durch seinen Übertritt zur Partei der Durazzo den Thronstreit für die letztere entschied. Endlich wurde Ludwig III. von Anjou 1423 durch die Königin Johanna II. (s. d.) adoptiert und nach dessen Tode sein Bruder Renatus, der jedoch nach dem Tode der Königin (1435) von Alfons V. von Aragon vertrieben ward und nach Frankreich zurückkehrte.