FeedLudwig I.
GeschichteBrockhaus 1882

Ludwig I., der Große, König von Ungarn 1342—82, geb. 1326 als Sohn Karl Roberts (s. d.), hob während seiner 40jährigen Regierung die innern und äußern Verhältnisse Ungarns zu großem Ansehen, stürzte das Land aber auch in kostspielige Kriege, namentlich mit Venedig wegen der Aspirationen der Signoria auf die dalmatinischen Küstenstädte; dann wiederholt gegen Neapel und in Bundesgenossenschaft mit seinem mütterlichen Oheim, dem König Kasimir von Polen, gegen die Litauer. Der Friede von 1358 sicherte ihm Dalmatien wieder für Ungarn. Als eifriger Katholik unternahm L. Ketzerkriege gegen die Patarener in Bosnien und gegen die Griechischgläubigen, wodurch er im eigenen Lande einen Aufstand und die Auswanderung zahlreicher Bekenner der griech. Kirche (Walachen) nach der Moldau herbeiführte. Nach dem Tode des poln. Königs Kasimir (1370) wurde L. auch zum Könige von Polen erhoben. Er starb 11. Sept. 1382.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 233Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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