Ludwig II., röm. Kaiser 855—875, ältester Sohn Lothars I., geb. um 822, wurde von seinem Vater 844 nach Rom gesendet, um den Zwiespalt zwischen den Päpsten Sergius und Johannes zu schlichten, setzte den erstern als rechtmäßigen Papst ein und ließ sich von ihm als König der Longobarden krönen. Bereits 850 von seinem Vater zum Mitregenten angenommen, folgte er diesem 855 im Besitze Italiens und des Kaisertums, während der zweite Bruder, Lothar II. (s. d.) das nach ihm benannte Lothringen nebst einem Teile von Helvetien und Burgund, der jüngste, Karl, die Provence mit Lyon erhielt. L. schlug die Mauren 848 bei Benevent und entriß ihnen die hartnäckig verteidigte Festung.! Bari. Auch demütigte er die ital. Großen; doch schädigte seine Gefangennahme in Benevent 871 sein Ansehen. Gegen die Griechen behauptete er das Kaisertum, das diese im Einverständnis mit einer Partei in Rom wieder mit dem Throne von Konstantinopel zu vereinigen strebten. Nach Karls kinderlosem Tode, 863, teilten die beiden andern Brüder dessen Reich unter sich; als aber 869 auch Lothar starb, war L. in Italien zu sehr beschäftigt, um dessen Erbe für sich in Anspruch nehmen zu können. starb 12. Aug. 875 ohne männliche Nachkommen.