Ludwig I., Großherzog von Hessen, geb. 14. Juni 1753 zu Prenzlau in der Ukermark, trat 1773 in russ. Dienste, in welchen er den türk. Feldzug mitmachte, verließ dieselben aber schon bald. Der Tod seines Vaters, des Landgrafen Ludwig IX., berief ihn 4. April 1790 unter dem Namen Ludwig X. zur Regierung. Den Titel als Großherzog nahm L. (seitdem Ludwig I.) bei seinem Eintritt in den Rheinbund 1806 an. (S. Hessen, Großherzogtum.) Er starb 6. April w1830. L. gab seinem Lande als einer der ersten deutschen Fürsten eine Verfassung. Darmstadt verdankt ihm seine Hofbibliothek und sein Museum, welche er aus seinen Privatmitteln schuf, sowie Gründung des Hoftheaters. Unter seiner Regierung kam die Zolleinigung zwischen Preußen und Hessen zu Stande, die sich später zum Deutschen Zollverein entwickelte.