Ludwig der Springer, Graf von Thüringen 1076—1123, Sohn Ludwigs des Bärtigen, knüpfte nach der sagenhaften überlieferung mit Adelheid, der Gemahlin des Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen, ein Liebesverhältnis an, tötete den Pfalzgrafen auf der Jagd und heiratete nun Adelheid. Aber die Rache der Verwandten des ermordeten Pfalzgrafen bewirkte, daß der Kaiser den Landgrafen auf dem Schlosse Giebichenstein bei Halle gefangen setzte. Von hier aus erlangte L. durch einen kühnen Sprung in die Saale seine Freiheit, ward zwar wieder gefangen, aber später losgelassen, und sühnte seine That durch fromme Stiftungen, namentlich von Reinhardsbrunn, wo er später selbst als Mönch eintrat. Dort starb er 1123. Die alte überlieferung beruht nur insoweit auf Thatsachen, als Pfalzgraf Friedrich wirklich ermordet und seine Witwe die Gattin L.s wurde. Aus der Fabel von dem rettenden Sprunge scheint der erst im 15. Jahrh. vorkommende Beiname Saltator, d. h. der Springer, entstanden zu sein, welchen man dann wieder ohne Grund in einen Salier, Salicus, umgedeutet hat. Als Graf nahm L. eine nicht unbedeutende Stellung ein, war in die thüring. Fehden unter Heinrich IV. verflochten, stand in den Kämpfen zwischen Kaiser und Papst meist auf der Seite des erstern und ließ sich erst unter Heinrich V. zur sächs. Partei hinüberziehen. Auch ist er der Erbauer der Wartburg. Sein Sohn Ludwig (gest. 1140) wurde 1130 von König Lothar zum Landgrafen erhoben.