FeedLux (lat.)
GeschichteBrockhaus 1882

Lux (lat.), Licht. Lux (Anton Erwin), Afrikareisender, geb. 1847 zu Venedig, besuchte das Kadetteninstitut in Eisenstadt und die Artillerie-Akademie zu Weißkirchen und trat dann als Lieutenant in die österr. Artillerie; 1873 wurde er dem Generalstab zugeteilt und kam nach Prag. Zu Anfang 1874 reiste er nach Loanda in Südafrika ab, wo er sich der deutschen Expedition zur Erforschung Aquatorialafrikas anschloß; 1875 reiste er mit Pogge durch das Land der Bangela südlich vom Congo bis Kimbundu. Durch andauernde Krankheit gezwungen, kehrte er nach Europa zurück, wo er auf Einladung des Königs der Belgier an den Beratungen zur Gründung der Internationalen Afrikanischen Gesellschaft teilnahm. Seit 1876 ist er Lehrer der Geographie an der Militärrealschule zu Eisenstadt in Ungarn. Er schrieb Von Loanda nach Kimbundur (Wien 1879). Luxatio, s. Verrenkung. Luxembourg heißt ein Palast in Paris, der 1615 auf Befehl der Maria von Medici an der Stelle des von ihr angekauften Hotels des Herzogs von Piney-Luxembourg (wovon der Name) gebaut wurde. Maria von Medici, der Herzog Gaston von Orléans, die Herzogin von Montpensier und der Graf von der Provence (der nachherige Ludwig XVIII.) bewohnten abwechselnd den von dem Baumeister Jacques Debrosse errichteten, 1620 vollendeten Palast, welchen die Revolution in ein Gefängnis umwandelte. Das Direktorium verlegte dahin den Sitz der Regierung, und deshalb erhielt er damals den Namen Direktorialpalasto. Nach dem 18. Brumaire war er kurze Zeit Konsulatspalast. Unter dem ersten Kaiserreich wurde er Palast des Senats, später der Pairie, 1852 wurde er wieder dem Senat zugewiesen. Unter der dritten Republik ist der L. zuerst von den Bureaus der Stadtamtsverwaltung eingenommen und später wieder Palast des Senats geworden. In einem Teile des Palastes ist as Museum des L., eine Sammlung von Gemälden und Skulpturen lebender Meister, die hier bleiben, bis 10 Jahre nach dem Tode des Künstlers die öffentliche Stimme entschieden hat, ob seine Arbeiten würdig sind, den Ehrenplatz bei den alten Meisterwerken im Louvre zu erhalten. Luxembourg (Frangois Henri de Montmorency, Herzog von), Marschall von Frankreich, berühmter Feldherr Ludwigs XIV., geb. zu Paris 8. Jan. 1628, war der nachgeborene Sohn des wegen eines Duells enthaupteten Grafen Bouteville. Seine Tante, die Mutter des Prinzen Condé, brachte ihn an den Hof und gesellte ihn ihrem Sohne bei, unter welchem er 1643 der Schlacht bei Rocroi beiwohnte. In der Schlacht bei Lens 1648 zeichnete er sich so aus, daß ihn Anna von Ssterreich zum Maréchal-de-Camp erhob. In den Unruhen der Fronde hielt er zu Condé und kämpfte dann unter Turenne bei Rethel, wo er verwundet und gefangen wurde. Als Condé 1652 an der Spitze eines span. Heers den Krieg von neuem eröffnete, trat er demselben wieder bei, wurde 1658 von Turenne gefangen, aber gegen den Marschall d'Aumont ausgewechselt. Nach dem Frieden von 1659 erhielt er von Ludwig XIV. Verzeihung und heiratete die Erbin des Hauses Luxembourg, dessen amen er annahm. Im Feldzuge von 1667 in Flandern diente er unter Turenne als Freiwilliger, 1668 unter Condé als Generallieutenant in der Franche-Comté. Beim folgenden Kriege 1672 in den Niederlanden erhielt L., nachdem der König im Juli das Heer verlassen, den Oberbefehl, konnte aber nichts Wichtiges mehr unternehmen, weil die Holländer das Land unter Wasser gesetzt hatten. Erst 27. Dez. unternahm er auf dem Eise mit 8000 Mann den kühnen Marsch von Utrecht nach Woerden und von da nach Swammerdam, das er in Brand steckte. Da plötzlich Thauwetter eintrat, mußte er sich mit großem Verlust nach Utrecht zurückziehen, wobei er auf Louvois' Befehl die Gegend total verwüstete. Im Feldzuge von 1674 führte er unter Condé den rechten Flügel des Heers in Flandern und wohnte 11. Aug. der Schlacht bei Senef bei. Nach Turennes Tode wurde er 1675 zum Marschall erhoben und erhielt den Oberbefehl über einen Teil des Heers. Im Herbst 1676 verwüstete er den Breisgau auf die unerhörteste Weise, um die Kaiserlichen von der Franche-Comté Imdte und nötigte den Herzog von Württemberg, ihm die Stadt Mömpelgard einzuräumen, die er plündern ließ. Im Feldzuge von 1677 schlug er den Prinzen von Oranien 11. April bei Mont-Cassel, eroberte am 20.St.⸗Omer und nötigte den Prinzen 14. Aug., die Belagerung von Charlerodi aufzuheben. Nach dem Frieden von Nimwegen suchte ihn Louvois durch ein unwürdiges Mittel ins Verderben zu stürzen. Derselbe wußte sich einen Vertrag zu verschaffen, den der Marschall mit einem Holzhändler geschlossen hatte, und ließ diesen Vertrag zu einem Bündnis mit dem Teufel fälschen. L. wurde vor die sog. Chambre ardente gefordert, wo er auch eines Vergiftungsversuchs gegen seine Frau und den Marschall Créqui angeklagt ward. Im Vertrauen auf seine Unschuld ging L. freiwillig in die Bastille. Erst nach 14 Monaten wurde er 1680 freigesprochen, jedoch auf eins seiner Güter verbannt. Im J. 1690 gab ihm der König wieder den Oberbefehl in Flandern. L. schlug 1. Juli den Fürsten von Waldeck bei Fleurus, 4. Aug. 1692 den König Wilhelm III. von England bei Steenkerken und 29. Juli 1693 nochmals entscheidend bei Neerwinden. Den Feldzug endete er 12. Okt. durch die Eroberung von Charleroi. Er erkrankte bei der Armee und starb zu Versailles 4. Jan. 1695. Vgl. Beaurain, «Histoire militaire du due de L. v(SHaag 1756); Mémoire pour servir àPhistoire du maréchal de L., écrite par lui-même (Haag 1758); (Campagne de Hollande en 16725 (Haag 1759); Desormais, «Histoire de la maison de Montmorency (Bd. 4 u. 5, Par. 1764).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 276Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6