Luxemburg, Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, liegt teils auf einem steilen Felsberge, teils in dem von der Alzette durchflossenen Grunde und an der Wilhelmsbahn und zerfällt in die Oberstadt, die Unterstädte Grund und Pfaffenthal und die Vorstadt Clausen mit zusammen (1880) 16679 E. Die Stadt war früher Festung von hoher strategischer und polit. Wichtigkeit, 181566. deutsche Bundesfestung, deren Besatzungsrecht Preußen zustand, ist aber seit 1868 in Ausführung des Londoner Vertrags vom 11. Mai 1867 in eine offene Stadt umgewandelt. Die Wälle und Festungswerke sind geschleift; auf der westl. und südwestl. Fronte ist der Boden geebnet und ein neues Stadtviertel mit schönen Gebäuden und Anlagen entstanden. L. ist der Sitz der Regierung, der Verwaltungsbehörden und des Bischofs und hat sieben kath. Kirchen, worunter die Kathedrale bemerkenswert, eine prot. Kirche und eine jüd. Synagoge. Unter den öffentlichen Gebäuden sind hervorzuheben das ehemalige Regierungsgebäude, jetzt Palast des Königs, das jetzige Regierungsgebäude (früher Refugium der Maximinerabtei) und das Athenäum mit dem Priesterseminar. Vier großartige Viadukte überbrücken das Petrus⸗ und das Alzettethal. Weit bekannt ist die Muttergottesoktave, die am fünften Sonntage nach Ostern mit einer außerordentlich glänzenden Prozession geschlossen wird, an der Tausende von Wallfahrern von nah und fern sich beteiligen. Der Handel und die Gewerbthätigkeit der Stadt haben seit Schleifung der Festung bedeutend gewonnen. L. hat zwei Wollstoff-⸗ und Ledermessen, die sehr besucht sind, Handschuh⸗, Baumwoll⸗, Tricot⸗ und Tuchfabriken, Bierbrauereien u. s. w. Die Stadt besitzt mehrere Banken, worunter die unter Staatsaufsicht stehende Internationale (Noten⸗)Bank. Die Stadt L. entstand allmählich um die alte Burg Lucilinburnhut, deren Name in L. überging. Schon frühzeitig (im 10. Jahrh. wurde die erste Enceinte angelegt) befestigt, wurde die Feste nach Erfindung des Schießpulvers mehr und mehr verstärkt. Der Herzog Philipp von Burgund eroberte sie 1443, und 1543 nahmen sie die Franzosen, die aber noch in demselben Jahre wieder vertrieben wurden. Von den Franzosen unter dem Marschall Créqui wurde L. 1684 binnen vier Wochen zur Übergabe gezwungen. Den Angriff hatte Vauban geleitet, der nun, da die Festung in den Händen der Franzosen blieb, auch ihre Werke bedeutend verstärkte. Durch den Ryswijker Frieden wurde sie 1697 den Spaniern wieder eingeräumt. Im franz. Revolutionskriege mußte sie 7. Juni 1795 nach achtmonatlicher enger Einschließung sich an die Franzosen übergeben. Beim Einmarsch der Verbündeten in Frankreich wurde L. 14. Jan. 1814 eingeschlossen und blieb es bis zur übergabe an den König der Niederlande 1815. Vgl. Coster, «Geschichte der Festung L. seit ihrer Entstehung bis zum Londoner Traktat von 1867 (Luxemb. 1869). Luxeuiloder Luxeuldas alte Luxovium), Stadt im franz. Depart. Obersaöne, Arrondissement Lure, rechts am Breuchin, über welchen eine Brücke führt, ist Station der Linie Aillevillers-Lure der Französischen Ostbahn, hat ein Collége, mehrere Mahl⸗- und acht Papiermühlen, Fabriken von Eisen- und Stahlwaren, von Strohhüten u. s. w., Baumwollspinnerei, Gerberei, Färberei, treibt Handel mit Getreide, Wein, Vieh, Schinken, Leder u. s. w. und zählt (1876) 4162 E. Die hier entspringenden Mineralquellen waren schon zu Zeiten der Römer berühmt. Am Nordende der Römerstraße, mitten in einem schönen Park und herrlichen Promenaden, entspringen die warmen Salzquellen in einem ausgedehnten Badeetablissement. Außerdem werden zwei andere Mineralquellen benutzt. L. war ehemals besonders berühmt durch seine Abtei, welche um 595 der irische Apostel St. Columbanus