FeedMagenkranke
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Magenkranke sollen vor allem jede Beengung des Magens durch enganliegende Kleidungsstücke, anhaltendes Gebücktsitzen u. dgl. vermeiden, die Magengegend immer gehörig warm halten und jederzeit die größte Sorgfalt auf ihre Ernährung verwenden. Die Nahrung, die immer nur in kleinern Portionen zu genießen ist und durch tüchtiges Zerkauen schon im Munde butterweich gemacht werden muß, sei leicht verdaulich und nahrhaft; Fleisch, Fleischbrühen, weiche Cier und Cierspeisen, Milch, junge zarte Gemüse, Weißbrot und Bisquits eignen sich am meisten hierzu, während Fette und fettes Backwerk, harte Eier, Käse, blähende Gemüse, Gepökeltes, Schwarzbrot und Süßigkeiten jedweder Art vom kranken Magen fern bleiben sollen. Auch vor reizenden Stoffen (kaltem Trunk, scharfen Gewürzen, starken spirituösen Getränken, starkem Kaffee und stärkern Säuren jedweder Art) müssen sich Magenleidende sorglich hüten. Wenn Blutarmut, Nervosität oder ein anderes Allgemeinleiden zu Grunde liegt, so muß dieses natürlich gleichzeitig angemessen behandelt werden. Vgl. Lebert, „Die Krankheiten des Magens v (Tüb. 1878); Wiel, «Tisch für Magenkranke (6. Aufl., Karlsbad 1884.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 334Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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