Magnentius, ein romanisierter Franke, Heerführer im Dienste des Kaisers Constans, trat 350 n. Chr. in Gallien als Usurpator auf. Nach Beseitigung des Constans (18. Jan. 350) riß er alle Provinzen des röm. Reichs bis zur illyr. Grenze an sich, verlor aber nachher im Kriege mit Constans' Bruder, dem Kaiser des Ostens, Constantius II., 28. Sept. 351 die mörderische Schlacht bei Mursa (jetzt Essegg) an der Donau. Nach einer zweiten Niederlage im J. 353 in den Cottischen Alpen tötete er sich selbst zu Lyon. ——8 Magnesia, die östlichste Landschaft Thessaliens im weitern Sinne, welche sich von NW. nach SO. in einer Länge von über 90 km bei einer Breite von 15—20 km hinzieht, gegen N. und W. an die thessal. Landschaft Pelasgiotis und an den Meerbusen von Pagasä (jetzt Golf von Volo) grenend, im S. durch einen schmalen Meeresarm von er Nordostspitze der Insel Euboia getrennt, im O. vom Thrazischen Meer bespült, wird von zwei Gebirgszügen, dem Ossa (jetzt Kissawos) im N. und dem Pelion (jetzt Plessidi) im S., die durch eine niedrigere Bergkette (jetzt Mavrovuni) verbunden sind, durchzogen. M. besitzt nur eine größere Ebene, die sich westlich unterhalb des höchsten Gipfels des Pelion an der Nordostseite des Pagasäischen Golfs erstreckt. Hier lag die Stadt Demetrias (s. d.). Die Bewohner der Halbinsel, der äol. Stamm der Magneten, galten im Altertum als die Gründer zweier im westl. Kleinasien gelegenen altgriech. Städte, welche den Namen M. trugen. Die nördlichere derselben, Magnesia am Sipylus, jetzt Manissa (s. d.), am nördl. Fuße des Berges Sipylus (ietzt Manissa-⸗Dagh) und am linken Ufer des Hermus (jetzt Gedis-Tschai) gelegen, ist bekannt durch den Sieg der Römer unter Lucius Scipio (Asiaticus) über Antiochus III. (s. d.) von Syrien 190 v. Chr., sowie die Umgegend durch die Sage von der Niobe (s. d.). Etwa 6 km südlich von der Stadt sieht man noch jetzt am Sipylus an einer künstlich ausgearbeiteten und geglätteten Felsenwand von gelbem, magnesiahaltigem Kalkstein in einer 11m hohen, oben abgerundeten Nische in höchstem Relief die Gestalt einer auf einem Felssitz sitzenden Frau von mindestens vierfacher Lebensgröße. Das ursprünglich wahrscheinlich eine vorderasiat. Gottheit darstellende Felsbild galt für die versteinerte, ewig weinende Niobe. Vgl. Stark, Nach dem griech. Oriento (Heidelb. 1874). Die südlichere Stadt, Magnesia am Mäander, lag in der Landschaft Karien, am rechten Ufer eines Nebenflusses des Mäander, des Lethäus, östlich unterhalb des Berges Thorax. Sie besaß einen hochberühmten Tempel der Artemis, Leukophryene, von welchem nicht unbedeutende Reste bei dem Dorfe Inhe⸗ oder Inek-Bazar erhalten sind. Themistokles hat hier die letzten Jahre seines Lebens zugebracht und ist hier gestorben.