Sichel heißt ein Werkzeug zum Abschneiden von Getreide oder Gras und Futter mit der Hand, das aus einer halbrund gebogenen, in eine Spitze auslaufenden Stahlklinge mit Handgriff besteht. (Abbildungen s. auf Tafel: Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte I, Fig. 19 u. 20.) Zuweilen, wie bei den englischen S., ist die Schneide fein gezahnt. Die S. ist eins der ältesten Kulturgeräte und vorhistor. Exemplare aus Bronze sind in vielen Museen zu finden. Die Arbeit damit ist anstrengend und langwierig, hat daher im größern Betrieb längst derjenigen mit der Sense (s. d.) oder neuerdings mit der Mähmaschine Platz gemacht. - Sichte, Hausichte, am Niederrhein Sichet, heißt ein Handgerät zum Abhauen des Getreides, das in der Mitte zwischen S. und Sense steht; es hat das Blatt der letztern, aber kürzer, und einen nur armlangen Wurf (Stiel). Die Sichte, nur auf dem nordwesteurop. Kontinent verbreitet, wird mit der rechten Hand im Schwunge von oben nach unten geführt, während der Arbeiter mittels eines eisernen Hakens in der Linken die Getreidehalme zusammenfaßt. (S. Taf. I, Fig. 21 u. 22.) In geübten Händen leistet sie Besseres als S. und Sense, ermüdet aber auch weit mehr.