FeedManufkript
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Manufkript (lat., d. i. Handschrift) heißt ein jedes geschriebene Schriftstück im Gegensatz zu einem durch den Druck veröffentlichten und somit dem Publikum allgemein zugänglich gemachten Schriftwerke. Daher bezeichnet der Buchhändler und Buchdrucker, besonders der Schriftsetzer die ihm zur Herausgabe und zum Druck übergebene handschriftliche Abfassung eines Buchs, Aufsatzes u. s. w. mit dem Worte M. Häufig werden litterarische Erzeugnisse gals Manuskript gedruckto, d. h. sie werden durch den Druck vervielfältigt bloß im Interesse des Autors und des Besitzers, ohne daß das Schriftwerk wirklich dadurch dem Publikum zugänglich wird, und ohne daß der Verfasser oder Eigentümer seine Rechte, die er als solcher an dem nur handschriftlich vorhandenen Werke hat, aufgibt. Namentlich geschieht dies nicht selten bei dramatischen Produkten, welche aden Bühnen gegenüber als M.y gedruckt werden, d. h. der Dichter behält sich das Recht vor, mit den Bühnen wegen der etwaigen Aufführung seines Stücks noch besonders zu kontrahieren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 425Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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