FeedMargarete Maultasch
GeschichteBrockhaus 1882

Margarete Maultasch, Gräfin von Tirol, geb. 1318, Erbtochter des böhm. Titularkönigs Heimnich von Kärnten, wurde 1330 mit Johann Heinrich, dem achtjährigen Sohne König Johanns (s d.) von Böhmen, vermählt. Nach dem Tode ihres Vaters (1335) verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Kärnten den Habsburgern, und um Tirol seinem Hause zu gewinnen, vermählte er 1342 M., ohne daß dieselbe von ihrem ersten Gemahl geschieden worden wäre, mit seinem Sohne Ludwig (s. d.) von Brandenburg. Letzterer behauptete sich im Besitz des Landes gegen die Angriffe des Kaisers Karl IV. und erreichte durch Vermittelung des Herzogs Albrecht II. von Ssterreich, dessen Tochter Mis einzigen Sohn Meinhard heiraten sollte, 1359 auch die Lösung vom Banne und die päpstliche Anerkennung seiner Ehe. Als dann Ludwig 1361, Meinhard aber 1363 starb und M. nicht im Stande war, die Herrschaft im Lande gegen den habsüchtigen Adel zu behaupten, dankte sie zu Gunsten der Habsburger ab und zog nach Wien, wo sie 1369 starb. Vgl. A. Huber, Geschichte der Vereinigung Tirols mit Osterreicho (Innsbr. 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 441Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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