FeedLudwig der Altere
GeschichteBrockhaus 1882

Ludwig der Altere, Markgraf von Brandenburg, Herzog von Bayern, hatte Brandenburg, nachdem dort das Haus der Askanier ausgestorben war, 1323 von seinem Vater, dem Kaiser Ludwig IV., erhalten und um 1330 selbst dort die Regierung angetreten, die aber gegen die Feindschaft der Mecklenburger, Pommern, Polen und der böhm. Luxemburger nur mit Mühe behauptet werden konnte. Später überließ L. die Mark fast ganz Statthaltern, besonders als sein Vater ihm 1342 die Hand der Erbin von Tirol, Margarete Maultasch, verschaffte, nachdem er sie kraft kaiserl. Machtvollkommenheit von ihrem ersten Gatten, dem Luxemburger Johann Heinrich, getrennt hatte. Wegen dieser Verfeindung mit den Luxemburgern suchte L. nach dem Tode seines Vaters die Erhebung Karls IV. von Böhmen zum röm. Könige auf alle Weise zu hindern und trug dazu bei, daß demselben Günther von Schwarzburg als Gegenkönig entgegengestellt wurde, während Karl durch den falschen Waldemar, einen angeblichen Sproß des askanischen Hauses, den größten Teil von Brandenburg zum Abfall von L. brachte. Als Günther abdankte, hielt L. es für besser, sich Karl 1349 zu unterwerfen und dadurch die Mark zu retten. Aber es bedurfte noch langer Kämpfe, ehe der Anhang des falschen Waldemar niedergeworfen war, und L. schloß deshalb mit seinem Bruder Ludwig dem Römer den Vertrag zu Luckau 1351, durch welchen er demselben und dem jüngsten Bruder Otto Brandenburg ganz überließ und sich auf Bayern und Tirol zurückzog. Erst 1359 wurde seine Ehe mit Margarete von der Kirche bestätigt und dadurch auch sein Sohn Herzog Meinhard legitimiert. L. starb 18. Sept. 1361.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 233Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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