Markomannen, nach der buchstäblichen Bedeutung des Namens adie in der Mark (d. h. im Grenzlande) wohnenden Männero, ein großes deutsches, zu der Gruppe der Sueven zählendes Volk, werden zuerst erwähnt von Cäsar unter den Völkern Ariovists, dann von Florus in der Nachricht über den für sie höchst gefährlichen (9 v. Chr.) Zug des Drusus und scheinen damals zwischen dem mittlern und obern Main, dem Oberrhein und der obern Donau gewohnt zu haben. Marbod (s. d.) führte sie 8 v. Chr. ostwärts in das rings durch Gebirge geschützte Land, welches von seinen frühern Bewohnern, den kelt. Bojen, den Namen Bojohem, Böhmen, behalten hat. Hier bildeten sie das Hauptvolk von Marbods nun schnell sich ausbreitendem Reiche, blieben auch nach dessen Zerfall (18 n. Chr.) mächtig. Ihr Gebiet dehnte sich südlich bis an die Donau aus, wo sie zur Zeit des ersten Dakischen Kriegs einen Angriff des röm. Kaisers Domitian zurückschlugen, von Trajan und Hadrian kräftig in Schranken gehalten wurden, aber zur Zeit des Kaisers Mare Aurel mit allen übrigen Donauvölkern, anscheinend dem Druck der östl. und nördl. germanischen Stämme weichend, ins Römische Reich selbst einzubrechen suchten. In diesem langwierigen (166—180), nach ihnen, als nischen Kriege, der sie bis in die Nähe von Aquileja führte, konnte Kaiser Mare Aurel sie nur mit großer Anstrengung zurückdrängen; sein Sohn und Nachfolger Commodus brachte den bereits angebahnten Frieden zum Abschlusse. Bis zur Mitte des 3. Jahrh. gelang es der röm. Politik, die Grenzvölker abzuwehren. Aber unter den seit 250 die Balkanhalbinsel überflutenden Germanen befanden sich auch die M., und wieder 270 streiften M. bis Ancona und Rom. Nur mit dem Aufgebot aller Kraft warf Aurelian sie über die Donau zurück und nötigte sie zum Frieden. Mit dem 4. Jahrh. verliert sich allmählich ihr Name; aus ihrem Volk aber scheinen zum Teil die Bayern hervorgegangen zu sein.