Märzfeld (campus Martius) hieß unter den merovingischen Königen der Franken die allgemeine Volksversammlung, die regelmäßig im März gehalten wurde. Pipin der Kleine verlegte sie 755 auf den Mai, weshalb sie nun Maifeld (campus Majus oder Magicampus) genannt wurde, obwohl man sich weiter überhaupt nicht an eine bestimmte Zeit band, und so blieb es unter Karl d. Gr. und solange der Gebrauch unter den Karolingern sich erhielt. In dieser Versammlung, wie sie auch bei andern deutschen Stämmen im Frühjahr üblich war, erschienen nach altgerman. Sitte alle freien Männer, um über Dinge, die vor die Volksgemeinde gehörten, wie Krieg und Frieden u. s. w., zu beraten und zu beschließen, und zur Abhaltung der Heerschau. Diese letztere und die Versammlung zum Kriegszuge wurden bei den Franken die Hauptsache, da die Könige bei dem steigenden Ansehen der Grafen, Bischöfe und Abte nicht mehr das gesamte Volk, sondern nur jene zur Beratung der Staatsangelegenheiten zuließen. Die Beschlüsse wurden öffentlich verkündet und zugleich dem Könige die Gaben (dona) dargebracht, welche für Freie die einzige Form der Steuer waren. Vgl. Ahrens. «über Namen und Zeit des campus Martius der alten Frankeno(Hannov. 1873).