Massage (frz., von dem grch. Easgeiy, reiben, nach andern von dem arab. mass, sanft drücken), Massieren, Knetverfahren, eine schon im Altertum vielfach geübte, aber erst neuerdings durch Mezger in Amsterdam ausgebildete und wissenschaftlich begründete mechan. 9ei welcher weise einzelner Erkrankungsformen, bei welcher durch gewisse methodische Manipulationen (Streichen und Drücken mit der flachen Hand und den Fingern, Reiben und Kneten, Klopfen und Schlagen auf den kranken Teil, durch aktive und passive Bewegungen) in den erkrankten Geweben eine Steigerung des Blutlaufs und Stoffwechsels und dadurch eine raschere Resorption entzündlicher Infiltrate und Exsudatmassen erfolgt. Die Technik der M. setzt sich aus verschiedenen Manipulationen zusammen, welche bald einzeln für sich, bald mannigfach miteinander kombiniert zur Anwendung kommen. Man unterscheidet in dieser Beziehung: 1) die Streichung (Effleurage oder Massage à friction), bei welcher der kranke Körperteil mit einer Handfläche oder mit beiden oder nur mit den Fingern in sanften Zügen unter möglichst schmerzlosem Druck von unten nach oben oder in umgekehrter Richtung gestrichen wird; 2) die Knetung (Pétrissage, Massage à pression), die in einer wiegenden hebelartigen Hin- und Herbewegung der Handfläche auf der kranken Körperstelle unter gleichzeitiger Anwendung eines kräftigen Drucks besteht; 3) die Klopfung (Tapotement), bei welcher der zu massierende Körperteil mittels eines oder mehrerer Fingerspitzen der geschlossenen Hand, des Perkussionshammers oder eines geeigneten Werkzeugs (Klemms Muskelklopfer u. a.) in raschem Tempo beklopft wird; 4) Passive Bewegungen, welche mit den leidenden Körperteilen des Kranken vorgenommen werden, während der letztere sich dabei völlig unthätig verhält. Die M. wird täglich ein- bis zweimal oder noch öfter, jedesmal etwa 6 bis 10 Minuten lang, angewendet. Die M. hat sich als äußerst wirksam bei Verstauchungen und Quetschungen, bei den verschiedenen Entzündungen der Gelenke und Schleimbeutel, bei Sehnenscheiden- und Gelenkwassersucht, bei Muskelschwellungen und Lähmungen, bei Gelenkneuralgien und ähnlichen Affektionen erwiesen. Dagegen ist das Verfahren nicht anwendbar bei allen Knochenkrankheiten, eiterigen Entzündungen und Gefäßverstopfungen, wobei leicht eiterige, Entzündung erregende Substanzen in die Lymph⸗ und Blutbahn übertreten und schweren Schaden hervorrufen können, weshalb das Massieren immer nur in der Hand des erfahrenen und umsichtigen Arztes seine günstigen Wirkungen entfalten wird. Vgl. Estradere, «Du Massage, son historique, ses manipulations et ses effets physiologiquesv (Par. 1863); Geest, cüber den therapeutischen Wert der M.» (Würzb. 1879); Haufe, «Die M.v (Frankf. a. M. 1881); Schreiber, Praktische Anleitung zur Behandlung durch M.» (Wien 1883).