Sadeler, Name einer berühmten Kupferstecherfamilie, die zur Zeit der malerischen und effeltvollen Behandlung ihrer Technik Ausgezeichnetes leistete. Der bedeutendste war Johann S., ungefähr um 1550 in Brüssel geboren und zunächst von seinem Bater zum Graveur herangebildet. Von seinem 20. Jahre an übte er die Kupferstechkunst in Amsterdam und kam nach kurzem Aufenthalt in Köln und Frankfurt 1588 nach München, wo er 1589 vom Herzog in Dienst genommen wurde und namentlich durch die Jesuiten Beschäftigung erhielt. Er ging 1595 nach Italien, ließ sich in Venedig nieder und starb daselbst zwischen 1600 und 1610. S. stach Bildnisse und heilige Gegenstände für religiöse Bücher, sowie auch einige allegorische Blätter. Sein jüngerer Bruder Rafael S., 1555 in Brüssel geboren, ist ihm an Glanz des Stichels noch überlegen. Er war der Begleiter seines Bruders in Deutschland und Italien, arbeitete auch mit ihm in Venedig, bis er 1604 vom Kurfürsten Maximilian nach München gerufen wurde, um bei einer von den Jesuiten herausgegebenen Bararia pia et sanctan den Bilderschmuck zu liefern. S. vollendete dieses Werk, später von seinem gleichnamigen Sohne unterstützt, und starb in München 1628. Egid S., Neffe der beiden genannten Brüder, 1570 zu Antwerpen geboren, war anfangs Maler und ihr Begleiter auf ihren Reisen bis Venedig. Von dort berief ihn Kaiser Rudolf II. nach Prag, wo er später auch für den Kaiser Matthias und Ferdinand II. arbeitete. Er starb in Prag 1629. Seine zahlreichen Arbeiten, meist in Bildnissen und Landschaften bestehend, sind zum Teil breit und kräftig, zum Teil leicht und zart behandelt. Hierunter sind die Blätter nach Brill (1616), Saverg und Breughel von hervorragender Schönheit. Sa de Miranda, s. Sa.