FeedMaximilian II. Joseph
GeschichteBrockhaus 1882

Maximilian II. Joseph, König von Bayern 1848—64, geb. 28. Nov. 1811, der Sohn König Ludwigs I. (s. d.) und der Königin Therese, Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen, studierte 1829 in Göttingen, 1831 in Berlin und unternahm hierauf größere Reisen in Deutschland, Italien und Griechenland, die er 183740 wiederholte. Hierauf lebte er zurückgezogen in Bayern, viel mit Künstlern und Gelehrten verkehrend. Sein Lieblingsaufenthalt war das Schloß Hohenschwangau (s. d.), das er neu aufbauen und durch namhafte Künstler ausschmücken ließ. Im Okt. 1842 vermählte er sich mit der Prinzessin Maria Hedwig, Tochter des verstorbenen Prinzen Wilhelm von Preußen. Die Ereignisse von 1848 und die Abdankung König Ludwigs I. 21. März beriefen den Prinzen zum Throne. Er folgte zwar der liberalen Zeitströmung und umgab sich mit freisinnigen Räten, stand jedoch der Errichtung eines deutschen Kaisertums mit preuß. Spitze entgegen und verweigerte die Anerkennung der Reichsverfassung. Dagegen näherte er sich Osterreich und unterstützte die Schritte, welche zur Restauration des Bundestags, sowie zur Cxekution in Kurhessen und in Holstein führten. Wie sein Vater in der Kunst, so gedachte M. in der Wissenschaft dem Lande einen mächtigen Aufschwung zu geben. Seit 1852 berief er eine Reihe ausgezeichneter Gelehrter, sowie die Dichter Geibel und Bodenstedt nach München an die Hochschule. Von den wissenschaftlichen Unternehmungen, die M. ins Leben rief, ist ganz besonders zu nennen die 1858 gegründete Historische Kommission. Von den Verschönerungen, die ihm München verdankt, sind vor allem die Maximiliansstraße und die geschmäckvolle Anlage am rechten Isar-Ufer (der Gasteig) hervorzuheben. Er starb w10. März 1864 zu München. Aus seiner Ehe mit der Königin Maria hinterließ er zwei Söhne: den Thronfolger Ludwig II. und den Prinzen Otto, geb. 27. April 1848. Ein Denkmal M.s auf dem Rondel der Maximiliansstraße zu München mit dem 6 m hohen Erzstandbild des Königs (von Zumbusch) wurde 12. Okt. 1875 enthüllt. Standbilder M.s befinden sich außerdem in Bayreuth (von Brugger) und Lindau (von Halbig).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 544Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6