Mieris (Frans van), der Altere, das Haupt einer berühmten holländ. Künstlerfamilie und einer der ausgezeichnetsten Genremaler, geb. zu Delft 16. April 1635, wurde schon früh Schüler Gerard Dows, dessen Richtung er sich in jeder Beziehung aneignete. Seine Bilder, meist Darstellungen aus dem geselligen und häuslichen Leben der Vornehmern, wurden schon bei Lebzeiten des Künstlers bis zu 2000 Livres bezahlt, und ihr Wert hat sich im Laufe der Zeit nur erhöht. Das Beste besitzen nächst den holländ. Sammlungen die Galerien in München, Dresden, Wien und Florenz. Er starb u Leiden 12. März 1681. Die besten Stiche nach M. hat J. G. Wille geliefert. Sein Sohn und Schüler, Willem van M., geb. zu Leiden 1662, war weniger erfinderisch als der Vater und malte auch nicht mit solcher Leichtigkeit wie dieser, ersetzte aber diese Mängel durch fleißige, fast peinliche Vollendung seiner Gemälde. Er starb in seiner Vaterstadt 24. Jan. 1747. Ein zweiter Sohn von Frans van M., Jan van M., geb. zu Leiden 1660, ebenfalls ein ausgezeichneter Künstler, ging nach Florenz, wo er schon 1690 starb. Seine Gemälde bestehen in Bildnissen von bedeutender Größe. „Frans van M., der Jüngere, geb. 1689, ein Sohn von Willem, nach andern von Jan van M., war ein oft glücklicher Nachahmer der Werke seines Vaters und Großvaters. Mehr aber machte er sich bekannt als Historiker durch die «Historie der nederlandsche vorsten (3 Bde., Haag 1732 —35) und das 4Groot charterboek der graaven van Holland, van Zeeland en herren van Vrieslando (4 Bde., Lpz. 1753—56), in welchen Werken die Münzen nach seinen Zeichnungen gestochen wurden. Er starb 1763. Seiner unvollendeten Geschichte von Leiden fügte Dan. van Alphen einen zweiten Band hinzu.