FeedMilitärschießschulen
ErdkundeBrockhaus 1882

Militärschießschulen befördern in den Armeen den einheitlichen und rationellen Betrieb des Schießdienstes sowohl mit Handfeuerwaffen, als mit Geschützen durch Heranbildung von Schießlehrern und Instruktoren, welche die durch die M. gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen auf die Truppen übertragen. Diese Anstalten geben zugleich Gelegenheit um Verbesserungen und Erfindungen auf dem Gebiete der betreffenden Waffen der Prüfung zu unterziehen. Man unterscheidet M. für Infanterie und solche für Artillerie. 1) Infanterieschießschulen. Das Deutsche Reich hat die seit 1861 bestehende M. in Spandau, von welcher im April 1884 zu Versuchen und Prüfungen auf dem Gebiete der Handfeuerwaffen die Gewehr-Prüfungskommission dauernd abgezweigt wurde. Für Bayern besteht eine 1872 errichtete M. zu Augsburg. Ssterreich-Ungarn hat die Armee-Schützenschule zu Bruck an der Leitha. lönur hat eine Ecole normale de tir in Chäons-sur-Marne und vier Ecoles régionales de tir zu Chälons-sur-Marne, Ruchard, Valbonne, Blidah. Rußland hat die Offizier-Infanterieschießschule seit 1882, Großbritannien eine Infanterieschießschule in Hythe, Spanien in Pardo bei Madrid, Holland im Haag, Belgien im Lager von Beverloo. 2) Artillerieschießschulen. Die älteste Anstalt der Art ist die englische zu Shoeburyneß, welche alle Artillerieoffiziere durchlaufen. Für die deutsche Armee dient die 1867 errichtete Artillerie-Schießschule zu Berlin. Frankreich hat eine solche in Bourges, welche unter der Commission d'études pratiques de tir ebenda steht. Rußland hat seit 1883 eine Offizier-Artillerieschießschule.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 724Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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