Mohl (Jul. von), ausgezeichneter Orientalist, geb. zu Stuttgart 28. Okt. 1800, Sohn des Ober-Konsistorialpräsidenten und Staatsrats Benjamin Ferdinand von M. (geb. 4. Jan. 1766, gest. im Aug. 1845), studierte auf der Universität und im theol. Seminar zu Tübingen, dann in Paris. Im J. 1826 wurde er außerord. Professor der orient. Litteratur zu Tübingen. Zugleich erhielt er einen Urlaub, der ihm gestattete, 1826 -27 und 1830—31 in London und Orford zuzubringen. Mit besonderer Vorliebe trieb er das Persische. Anonym gab er mit Olshausen die Eragments relatifs à la religion de Zoroastre (Par. 1829) heraus. Darauf besorgte er die Herausgabe von „(Confucii Chi-Kking sive liber carminum, ex latina P. Lacharme interpretatione (Stuttg. 1830) und von «V-king, antiquissimus Sinarum liber, ex interpretatione P. Regiso (2 Bde., Stuttg. 1834 —39). Von der franz. Regierung beauftragt, die Bearbeitung des Schahnamehn (Livre des roiso) von Firdusi für die «Collection orientale zu übernehmen, hatte er inzwischen 1832 seine Entlassung als Professor in Tübingen genommen und war nach Paris gegangen. Die Ausgabe erschien in sechs Bänden (Par. 183868; 2. Aufl. 1876 fg.). Im J. 1844 wurde er Mitglied der Académie des inscriptions et belles lettres, 1845 wurde er zum Professor des Persischen am Collége de France, 1852 zum Inspektor des orient. Drucks in der kaiserl. Druckerei ernannt. In letzterm Jahre übernahm er auch das Sekretariat der Asiatischen Gesellschaft; 1867 wurde er Präsident dieser Gesellschaft. M. starb 4. Jan. 1876 in Paris.