FeedMöhler (Joh. Adam)
ReligionBrockhaus 1882

Möhler (Joh. Adam), hervorragender kath. Theolog, geb. 6. Mai 1796 zu Igersheim, bildete sich zu Mergentheim, Ellwangen, Tübingen und im bischöfl. Seminar zu Rottenburg und wurde, 1819 zum Priester geweiht, zuerst Hilfsprediger in Weil, dann in Riedlingen. Im J. 1820 ging er als Präparant am Wilhelmsstift nach Tübingen zurück, wurde 1822 Privatdocent der Theologie; 1826 außerord., 1828 ord. 3½½ Seine Schrift „Die Einheit in der Kirche, oder das Prinzip des Katholizismus (Tüb. 1825; 2. Aufl. 1843) begründete seinen Ruf. Dieser folgte Athanasius d. Gr. und die Kirche seiner Zeit im Kampfe mit dem Arianismuso (Mainz 1827; 2. Aufl. 1844). Dieselbe streng kath. Grundansicht wie in den ersten beiden Schriften, vereint mit dem Streben, die Anschauungen der neuern, namentlich Schleiermacherschen Philosophie in den Dienst des kath. Dogmas zu ziehen, trat in seiner Symbolike (Mainz 1832; 6. Aufl. 1844) hervor. Eine Gegenschrift Ferd. Christian Baurs erwiderte M. mit seinen Reuen Untersuchungen der Lehrgegensätze zwischen den Katholiken und Protestanten »(Mainz 1834; 2. Aufl. 1835). Anfang 1835 folgte er einem Rufe nach München. Er starb 12. April 1838, nachdem er noch kurz vorher zum Domdekan in Würzburg ernannt worden war. Seine «Nachgelassenen Schriften v (2 Bde., Regensb. 1839 — 40) hat Döllinger, seine «Patrologie, oder christl. Litterargeschichtes (Regensb. 1839) Reithmayr veröffentlicht. Vgl. Wörner, Johann Adam M.» (Regensb. 1866).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 794Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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