Monsuns (vom arab. mausim, Jahreszeit, dann eine bestimmte Art der Winde, hiervon das portug. mongao, das span. monzon und das engl. monsoons) oder Moussons nennt man die hauptsächlich im Chinesischen und Indischen Meere wehenden periodischen Winde, welche ein halbes Jahr lang aus einer bestimmten Richtung und die nächsten sechs Monate aus der entgegengesetzten kommen und bedeutenden Einfluß auf die dortige Schifffahrt ausüben. Die M. sind das Resultat von der Einwirkung der Sonne auf die großen Steppen, namentlich Asiens und Australiens. Steht die Sonne während des Sommers nördlich vom Aquator, so erzeugt sie in jenen Flächen eine große Hitze, infolge deren sich die darüber befindlichen Luftschichten sehr verdünnen und auflockern. Es werden also die Flächen gleichen Drucks über dem Kontinent höher liegen, als über den anstoßenden Meeresteilen, wodurch ein Abströmen der Luft in den obern Schichten nach dem Meere zu erfolgen muß. Gleichzeitig wird also der Luftdruck über dem Lande sinken und über dem Meere steigen, sodaß an der Erdoberfläche eine vom Meer zum Lande gerichtete Luftströmung statthaben muß. Da aber vermöge der Erdrotation diese Strömungen abgelenkt werden, so werden sich dieselben in folgenden Richtungen vorzugsweise bewegen. Nördl. Hemisphäre NW. Y.. O. SW. Südl. v SW. NW. NO. S0. Daher herrschen vom Mai bis September im Indischen Ocean nördlich vom Aquator und an den Küsten von Arabien, Persien, über ganz Ostindien Südwestwinde; im südl. China ist die Richtung mehr südöstlich, im nördl. Chinga natürlich mehr östlich, sodaß also ein Süd⸗ und Südostmonsun an der ganzen Ostküste Asiens über ganz China und Japan weht bis zur Amurmündung; östlicher im Großen Ocean dagegen weht der ungestörte Nordostpassat. Während des Winters tritt das Gegenteil ein; aus denselben physik. Gründen werden sich die umgekehrten Strömungen ergeben, doch sind deren Wirkungen weit weniger fühlbar. Namentlich in Indien und China, wo überhaupt die Monsunerscheinungen am intensivsten auftreten, vermischt sich der Nordostmonsun völlig mit dem aus gleicher Richtung wehenden Passat (s. d.). Ein ähnliches Phänomen bewirkt der nördl. heiße Teil Australiens. überhaupt treten nach dem Obengesagten die M. überall dort auf, wo ähnliche Verhältnisse zwischen Land und Meer obwalten, doch kommen sie im Chinesischen Meer am stärksten zur Erscheinung. Der Wechsel der M. ist von sehr heftigen und der Schiffahrt gefährlichen atmosphärischen Störungen begleitet. Massenhafte Regen, schwere Gewitter und Teifune, Orkane (Wirbelstürme), die oft furchtbares Unheil anrichten, kennzeichnen die übergangsperiode. [Pol de Mont.