FeedMorgenstern (Lina)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Morgenstern (Lina), bekannt durch ihre schriftstellerische und gemeinnützige Thätigkeit, geb. 25. Nov. 1830 als Tochter des Fabrikanten Anton Bauer in Breslau, verheiratete sich 1854 mit Theodor M. aus Kalisch und lebte fortan in Berlin. Hier nahm sie lebhaften Anteil, oft als leitende Person, an allen Bestrebungen und Vereinen, welche die Kindererziehung, die Bildungs⸗ und wirtschaftlichen Erwerbsinteressen der Frauen betrafen, und gründete selbst mehrere solche Vereine: den Verein der berliner Volksküchen (1866), den Kinderschutzverein (1868; gegen die sog. Engelmacherei gerichtet), eine Akademie für wissenschaftliche Fortbildung der Frauen, den berliner Hausfrauenverein (bis 1883; gegen die Verteuerung der Lebensmittel in der Gründerperiode gerichtet), aus dem mehrere gemeinnützige Anstalten, insbesondere die Kochschule (1878) hervorgingen, endlich eine landwirtschaftliche und Hausindustrieschule (1880; zur Erziehung minderjähriger strafentlassener Mädchen). Ihre Hauptschriften sind: Das Paradies der Kindheit 5 (1860; 5. Aufl. 1884; im Sinne der Fröbelschen Erziehung), Die Volksküchenp (4. Aufl. 1884), Universalkochbuch (1881); auch schrieb sie Jugendschriften, Novellen und Erzählungen, ein jüdisches Erbauungsbuch (2 Bde., 1863), übersetzte „Neueste religiöse Nationallieder Polens » (1861). Seit 1874 redigiert sie die «Deutsche Hausfrauenzeitunge und mit dem Jahre 1885 begann sie einen

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 869Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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