FeedMosheim (Joh. Lorenz von)
ReligionBrockhaus 1882

Mosheim (Joh. Lorenz von), bedeutender deutscher Theolog, geb. 9. Okt. 1694 zu Lübeck, studierte zu Kiel, wurde 1719 Beisitzer der philos. Fakultät zu Kiel, 1723 ord. Professor der Theologie in Helmstädt, 1726 Konsistorialrat und Abt zu Marienthal und Michaelstein, 1747 Professor in Göttingen, wo er 9. Sept. 1755 als Kanzler der Universität starb. Sein kirchengeschichtliches Hauptwerk, welches die pragmatische Auffassung der Kirchengeschichte begründete, sind die Institutiones historiae ecclesiasticaer (Helmst. 1755; neue Aufl. 1764; deutsch durch von Einem, 9 Bde., Lpz. 1769 —78, und von J. Rud. Schlegel, 7 Bde., Heilbr. 1786—96). Nächstdem gehören hierher seine Institutiones historiae christianae majoresv (2. Aufl., 1. Abteil., Helmst. 1763), De rebus christianorum ante Constantinum commentariio (Helmst. 1753), Dissertationes ad historiam ecclesiasticam pertinentes (neue Aufl., 2 Bde., Altona 1767) und „Versuch einer unparteiischen Ketzergeschichte (2 Bde., Helmst. 1746—48). Ferner ist hervorzuheben seine «Sittenlehre der Heiligen e Fortgesetzt von J. Peter Miller, neue Aufl., 9 Bde., Helmst. 1770—78). Auch in der Kanzelberedsamkeit machte M. durch seine Anweisung, erbaulich zu predigen» (herausg. von Windheim, 2. Aufl., Erlangen 1771) und durch seine «Heiligen Reden »(neue Aufl., 3 Bde., Hamb. 1765) Epoche.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 887Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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