Müller (Wolfgang), genannt von Königswinter, lyrischer Dichter und Novellist, geb. in Königswinter am Rhein 5. März 1816, studierte in Bonn Medizin, ließ sich 1842 als praktischer Arzt in Düsseldorf nieder und siedelte 1853 nach Köln über, wo er sich ganz der Litteratur widmete. Er starb 29. Juni 1873 zu Neuenahr. M. veröffentlichte Junge Lieder» (Düsseld. 1841) und „Balladen und Romanzen» (Düsseld. 1842), die sich auch in der Sammlung der Gedichte (Frankf. 1847; 3. Aufl., Hannov. 1868) finden. Eine Auswahl aus letztern erschien unter dem Titel: Mein Herz ist am Rheine. Liederbuch (4. Aufl., Lpz. 1871). Dem Gebiete der epischen Dichtung gehörten an 4Loreleio (Köln 1851; 3. Aufl. 1857), eine Sammlung von Rheinsagen in Balladenform; das rhein. Märchen «Prinz Minnewin, ein Mittesommerabendmärcheno (Köln 1854), Märchenbuch für meine Kindere (Lpz. 1866) und «Der Zauberer Rerlind (Berl. 1871). Ferner erschienen von M. (Johann von Werthe(Köln 1858),«Meister Stephan von Kölno und «Wilhelm von Jülichv, die reizende Rheinidylle «Eine Maikönigino (Stuttg. 1852) und „Der Rattenfänger von St. Goaro (Köln 1857). Eine Verherrlichung der Rheingegenden, des Rheinlebens und der Rheinsagen bot M. in der «Rheinfahrte (Frankf. 1846). In den «Erzählungen eines rhein. Chronisteno (2 Bde., Lpz. 1860—61), (Vier Burgen» (2 Bde., Lpz. 1862), „Zum stillen Vergnügeno (2 Bde., Lpz. 1865) und (Von drei Mühleno (Lpz. 1865) veröffentlichte er eine Reihe von Erzählungen, deren Stoffe er ebenfalls dem rhein. Leben entnahm. Eine Auswahl seiner Dichtungen erschien als Dichtungen eines rhein. Poeteno (6 Bde., Lpz. 1871— 76). Von seinen Dramatischen Werken (6 Bde., Berl. 1872) fand besonders das Lustspiel „Sie hat ihr Herz entdeckte Beifall.