Saba, Sabäa hieß eine Landschaft im südl. Arabien, deren Hauptstadt Märib (bei den Griechen Mariaba) noch jetzt als ein Dorf existiert. Sie liegt in der Landschaft Dschöf, d. h. Niederland, ungefähr unter 15 40“ nördl. Br., einige Tagereisen östlich von Sana. Die ehemalige Größe und Pracht des Ortes bezeugen noch viele Ruinen mit himjaritischen Inschriften. Der erste Europäer, der diese Ruinen besuchte, war der Franzose Arnaud 1843; einige Zeit später war der Engländer Mackell dort. Die Sabäer waren ein reiches Handelsvolk, wie es außer den griech. Schriftstellern auch die Bibel bezeugt. Eine Königin von Saba (bei Luther: Reich Arabien) war es, welche den König Salomo besuchte und mit Gold, Edelsteinen und Spezereien beschenkte. (Erstes Buch von den Königen, Kap. 10.) Die arab. Tradition nennt diese Königin Balkis oder Bilkis, wohl verderbt aus dem griech. Nikaulis. Übrigens hatten die Sabäer Niederlassungen an den Küsten Arabiens und Afrikas, woher es kommen mag, daß der Name S. dort öfters als Ortsname vorkommt. Etwa 4 km südwestlich von den Trümmern des „Haram Bilkisv, d. h. des Palastes der Bilkis, liegen die 220 m langen und 120 m breiten Abetreie eines Dammes, der von dem Gießbache Dana vorgebaut war, um einen Landsee zu schaffen und vielleicht die Umgegend zu bewässern, die nach der arab. Sagezeinst sieben Tagereisen weit einen Fruchtgarten bildete, während jetzt, nach der Zerstörung des Dammes, die Umgebung alles Pflanzenwuchses ermangelt.