FeedSacken (von der Osten⸗)
GeschichteBrockhaus 1882

Sacken (von der Osten⸗), genannt Sacken oder Osten-Sacken. Das Geschlecht der Herren, Freiherren, Grafen und Fürsten von der Osten-Sacken stammt aus dem ehemaligen Erzstift Bremen, woselbst es an dem Flusse Oste auf Schloß Horneburg seinen Sitz hatte, und verbreitete sich von hier aus über ganz Norddeutschland, Polen, Kur⸗, Liv⸗ und Estland, Schweden und Rußland. Wedrich von der Osten aus dem Hause Penkum, Plate und Woldenburg in Hinterpommern kam 1380 nach Kurland, heiratete daselbst die letzte von S. zu Sackenhausen und nahm ihren Namen an. Von diesem Wedrich stammen die folgenden ab: Karl, Fürst von der Osten-Sacken, preuß. Staatsminister, geb. zu Bathen in Kurland 13. Nov. 1726, trat früh in kursächs. Dienste, fungierte dann als Gesandter in Stockholm und Petersburg, avancierte zum chursächs. Premierminister und wurde dann vom Kaiser Franz I. 8. März 1763 in den deutschen Reichsgrafenstand erhoben. Darauf trat er in preuß. Staatsdienste über und wurde 1777 unter Friedrich II. zum Oberkammerherrn und Wirkl. Geheimen Staatsminister ernannt. Als solcher und Großbotschafter Preußens wohnte er der Kaiserwahl Leopolds II. und Franz' II. bei und wurde von Friedrich Wilhelm II. bei dessen Thronbesteigung 15. Okt. 1786 in den preuß. Fürstenstand erhoben. Er starb 31. Dez. 1794 und hinterließ nur eine Tochter, Henriette, Fürstin von der Osten-Sacken. — Karl Magnus (russ.: Karl Iwanowitsch), Graf von der Osten-Sacken, geb. 6. April 1733 auf dem Edelsitze Colljall auf der Insel Osel, wurde 1760 von Katharina II. mit der Erziehung des Thronfolgers Paul betraut. Nach dessen Vermählung wirkte er als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Rußlands in Kopenhagen von 1774 bis 1784 und wurde darauf zum Erzieher des Großfürsten Konstantin Pawlowitsch ernannt. Vom Kaiser Paul 9. Juni 1797 in den russ. Reichsgrafenstand erhoben, nahm er als Wirkl. Geheimrat Eita . und starb 24. Jan. 1808 u Kirna in Estland.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 95Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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