Salve regina misericordiae, d. i.: Sei gegrüßt, Königin der Barmherzigkeit, heißt der Anfang einer in der kath. Kirche zu Ehren der Maria als Himmelskönigin gebräuchlichen Antiphonie, die man sonst am Schluß des Gottesdienstes und an manchen Festen (außer der Fastenzeit) zu singen pflegte, jetzt aber vorzugsweise in diesen Kirchenzeiten und in den Klöstern nach dem Kompletorium (d. h. bei dem Gottesdienste abends nach eingenommener Mahlzeit, weil nun die Ausübung aller Pflichten für den Tag erfüllt ist) anwendet. Als Verfasser nennen einige Petrus Compostella, andere Herm. Contractus um 1050. Die Worte haben in neuern Zeiten besonders für die Musik Bedeutung erlangt und zahlreiche Kompositionen veranlaßt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 156Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei