Salza (Hermann von), wahrscheinlich aus dem Hause der Herren von S. (Langensalza) in Thüringen, war 1210—39 Meister des Deutschen Ordens (s. d.). Seine umfassende Thätigkeit erstreckte sich im Interesse des Ordens und dessen Güter, die unter ihm sehr bedeutend wurden, auf Morgen⸗ und Abendland. Daß er in letzterm die Zukunft seines Ordens sah, zeigt die Erwerbung des Burzenlandes in Siebenbürgen und, als dieses aufgegeben werden mußte, die Übernahme des Kampfes gegen die heidnischen Preußen, welcher auf Grund einer Landschenkung des Herzogs Konrad von Masovien von 1226 zwei Jahre später begonnen, die Gründung des preuß. Ordensstaats zur Folge hatte. Die Einverleibung des Schwertritterordens (s. d.) dehnte 1237 das Ordensgebiet bis nach Livland aus. S. spielte aber auch eine hochwichtige Rolle in den Streitigkeiten zwischen Kaiser Friedrich II., welchen er auf dem Kreuzzuge von 1228 begleitete, den Päpsten und den lombard. Städten, als Unterhändler und Vermittler in zahlreichen Missionen und Kon ressen, als Vertreter unbestreitbarer kaiserlicher Rechte, aber auch als eifriger Befürworter des Friedens, dessen freilich sein Orden in erster Linie bedurfte. Immer in Bewegung zwischen Agypten, Palästina, Italien und Deutschland, ging er, um seine Gesundheit herzustellen, 1238 nach Salerno, starb aber hier 20. März 1239, an demselben Tage, an welchem Papst Gregor IX. durch seine Erkommunikation des Kaisers die Friedensbemühungen S.s endgültig vereitelte. Er wurde im Ordenshause zu Barletta beigesetzt. S. gehört unstreitig zu den bedeutendsten Gestalten der zweiten Hälfte des Mittelalters. Gleich geachtet vom Kaiser wie vom Papste, zeigt er sich als ein Mann von ungemeiner Umsicht, dessen Handeln stets von Rechtschaffenheit geleitet wurde. Vgl. avisse, HDe Hermanno Salzensi, ordinis teutomiel magistroy (Par. 1875); Koch, Hermann von S. Meister des Deutschen Ordens (Cpz. 1884).l Mit großer Wahrscheinlichkeit gilt als sein Bruder Hugo von S., bekannt als Minnesänger, der t den Hauptstamm des alten Geschlechts der S., das sich urkundlich bis 1162 hinauf verfolgen läßt, fortsetzte, bis dieser 1409 mit Hermann von S., Herrn von Döllstedt, ausstarb. Nebenzweige erhielten sich in Braunschweig, der Oberlausitz, Schlesien, Böhmen, Estland und Schweden. Vgl. Karl von Salza, Regesten der Familie S.y (Lpz. 1853).