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ErdkundeBrockhaus 1882

Samogitien, im Litauischen Zmudz, d. i. Tiefland, bei den Deutschen Schmudien, in der Landessprache Schamaiten genannt, heißt der an der Ostsee liegende Teil Litauens (s. d.), ein sehr fruchtbarer, von Seen durchschnittener, dem Seehandel offener Landstrich. Die Einwohner haben die litauische Volkstümlichkeit am reinsten bewahrt und wurden erst im 16. Jahrh. völlig zum Christentum bekehrt, wenngleich schon 1413 von Wladislaw Jagjello ein Bistum in Miedniki oder Wornie gegründet ward. Hauptstadt des Landes war Rossienij, Haupthafen Polangen. Das Land wurde um 1380 vom Deutschen Ritterorden unterworfen, aber schon 1411 im ersten Thorner Frieden an Polen abgetreten und blieb als litauische Wojwodschaft in dessen Besitz. Der auf dem linken Ufer des Njiemen belegene Landesteil wurde bei der dritten Teilung Polens 1795 preußisch und gehörte bis zum Tilsiter Frieden 1807 zu Neuostpreußen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 174Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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