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NaturlehreBrockhaus 1882

Sand ist der allgemeine Name für jede Anhäufung kleiner, loser Mineralkörner; in der Regel bestehen diesejKörner aus Quarz, denen indessen zuweilen auch Glimmerblättchen oder andere Mineralkörner beigemengt sind. Solcher S. entsteht nun entweder durch Zerstörung fester Sandsteine oder anderer quarzhaltiger Gesteine mittels Verwitterung u. s. w. und findet sich daher am Fuße aller Sandsteinberge und in den von solchen herkommenden Bächen und Flüssen, teils bildet er, und dann oft als Kies mit größern Kieselfragmenten untermischt, zum Teil sehr mächtige und ausgedehnte Schichten in den Gebieten der jüngsten geolog. Perioden und bedeckt große Strecken des Flachlandes. Wegen seiner Beweglichkeit, die zum prichwort geworden ist, wird er leicht ein Spiel des Wassers oder auch des Windes, welche ihn mit sich führen und an ruhigen Stellen wieder ablagern, wodurch Sandbänke und Alluvionen in Flüssen, Deltas und Dünen an der Seeküste gebildet werden. Solange indes solche Sandanhäufungen nicht durch Bedeckung mit Vegetation einige Stabilität erlangt haben, unterliegen sie auch der Bewegung durch Winde (Flugsand), und für Küstenländer kommt es hauptsächlich darauf an, durch geeignete Mittel die Firierung der Sandanhäufungenzu beschleunigen. Man nennt dergleichen Sandanhäufungen in Norddeutschland gewöhnlich Sandschollen und hat besondere Methoden erfunden, um sie zu fixieren. Am häufigsten geschieht es durch den Anbau gewisser Pflanzenarten, welche das immer wiederholte Überschütten nicht nur gut vertragen, sondern es zu ihrer längern Dauer sogar bedürfen, und die den S. mit ihren Ausschlägen stets aufs neue durchdringen, z. B. des Sandrohrs oder Halmgrases (Krundo arenaria), des Sandriedgrases (Carex arenarius), des Sandhafers (Elymus arenarius) oder der Quecken (Triticum repens). Sandhosen kommen besonders in den Sandwüsten Afrikas vor und bestehen darin, daß ein Wirbelwind sich gänzlich mit S. beladet. Der nur aus Quarz bestehende S., besonders der durch Wasser ausgewaschene Flußsand, ist die bequemste und beste Form für technische Anwendung der Kieselsäure zu Mörtel, Ziegel, Thonwaren, Glas u. s. w., und Etablissements dieser Art hängen in ihrem Gelingen sehr vom Vorhandensein geeigneten S. ab.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 187Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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