FeedSeewiesen
TierreichBrockhaus 1882

Seewiesen, ausgedehnte Felder von festsitzenden Tangen im Grunde des Meers oder von schwimmenden auf der Oberfläche des Meers. Seewinde. An den Küsten pflegt die Windrichtung eine tägliche Periode zu haben, indem zu einer gewissen Zeit des Tags die Luft vom Lande nach der See zu strömt und zu einer andern Tagesa0 der Wind die umgekehrte Richtung hat. Die inde der letztern Art nennt man S., während die erstern Landwinde heißen. Dieser periodische Wechsel tritt namentlich in niedern Breiten regelmäßig auf, da dort andere Einflüsse seltener störend einwirken. Der Grund dieser Erscheinung ist die ungleiche Erwärmung des Festlandes und der See. Sobald am Vormittage das Land stärker erwärmt wird als die Oberfläche des Meeres, erhebt sich der S. von den kältern Punkten mit ihrer dichtern Luft nach den wärmern hin, wo der aufsteigende Luftstrom am stärksten ist. Die Umdrehung der Erde bewirkt, daß diese S. auf unserer Halbkugel sich nach rechts hin drehen und also schief gegen die Küste blasen. Bei einem nach Süden gerichteten Gestade wird daher seine Richtung meist eine südwestliche sein. Der S. beginnt meist erst spät am Vormittag, wird am Nachmittag, nachdem die Erwärmung des Landes am stärksten geworden ist, gleichfalls kräftiger und legt sich dann gegen Abend wieder mehr und mehr. Das Umgekehrte findet am Abend beim Landwinde statt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 656Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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