FeedSenft (Karl Friedr. Ferdinand)
NaturlehreBrockhaus 1882

Senft (Karl Friedr. Ferdinand), Mineralog und Geognost, geb. 28. Febr. 1810 in dem meiningischen Dorfe Möhra, studierte zu Göttingen und Jena Theologie und Naturwissenschaften, wurde 1834 Lehrer der Naturwissenschaften an der Forstlehranstalt zu Eisenach, bei welcher er über 50 Jahre thätig ist, 27 Jahre lang wirkte er nebenbei als Lehrer an dem Realgymnasium, welches er 1843 mitbegründet hatte. Im Verlauf erhielt er die Prädikate Professor und Hofrat. Insbesondere suchte er die unter dem Einfluß der Atmosphärilien, sowie der Verwesungs- und Vertorfungsflüssigkeiten abgestorbener Organismen stattfindenden Zersetzungs⸗ und Umwandlungsweisen der Mineralien und Felsarten, namentlich in Beziehung auf ihre Erdbodenbildungen zu erforschen. Er verfaßte als selbständige Werke: «Klassifikation und Beschreibung der Felsarten » (Bresl. 1857), „Die Humus⸗, Torf⸗, Marsch- und Limonitbildungen als Erzeugungsmittel neuer Erdrindelagen» (Lpz. 1862), «Felsschutt und Erdboden», in der 1878 erschienenen 2. Aufl. unter dem Titel; «Lehrbuch der Gesteins⸗ und Bodenkundes, Die krystallinischen Felsgemengteile nach ihren Eigenschaften, Umwandlungen und Associationen (Berl. 1868), Synopsis der Mineralogie und Geognosier (3 Bde., Hannov. 1875 — 79, die 3. Abteilung der Leunis schen Synopsis bildend), 4Geognostische Beschreibung der Umgegend von Eisenachv (Eisenach 1858). Seufteig oder Senfpflaster (Sinapismus) ist ein als Hautreizmittel vielfach angewendetes Medikament. Es besteht aus einem mit Wasser angerührten Brei von Senfmehl. —

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 699Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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