Sankt Gallen, Hauptstadt des gleichnamigen Kantons der Schweiz, liegt 673 m über dem Meere im Thale der Steinach, 10 km südwestlich von deren Mündung in den Bodensee, an der Bahnlinie Winterthur-Rorschach und zählt (1880) 21483 E., worunter 8422 Katholiken, 12624 Reformierte, 273 Israeliten und 119 Andersgläubige. Die Stadt, welche Hen 953 Mauern und Thore erhielt, verdankt ihren Namen der ehemaligen Benediktinerabtei gleichen Namens, deren Gebäude jetzt die Residenz des Bischofs von S., die Stiftsbibliothek (28000 Bände) mit kostbaren Handschriften und die Räumlichkeiten für die Regierung und die kantonalen Behörden enthalten, und mit der 1755 im Barockstil erbauten Stiftskirche (Kathedrale), der kath. Schule, der Kinderkapelle und dem kantonalen Zeughaus den stattlichen Klosterhof umschließen. Die an den Klosterhof anstoßende Altstadt ist größtenteils eng und krummstraßig gebaut, während die neuen im Thalgrund der Steinach gelegenen Quartiere und Vorstädte des Bahnhofs, des Brühl u. s. w. regelmäßig angelegt sind. Außer den Klostergebäuden sind die wichtigsten Bauwerke die reform. Kirchen St. Laurenz (got.) und St. Magnus (roman.), die Synagoge, das palastartige Kantonsschulgebäude mit der Stadtbibliothek (38000 Bände) und den Sammlungen der geogr.⸗kommerziellen Gesellschaft, die Mädchenschule, das Museum mit naturhistor., archäol. und Kunstsammlungen, das Theater, das Bankgebäude, das Bosditar/ Hrn das töngle Sralan und das Kantonshospital, die kantonale Strafanstalt St. Jakob. Mittelpunkt einer der gewerbfleißigsten Gegenden der Schweiz und Stapelplatz der St. Gallischen und Appenzellischen Stickerei und Weißwarenindustrie, ist S. eine der wichtigsten Wundetsp und Industriestädte der Schweiz und seine Handelsverbindungen erstrecken sich über die ganze Erde. Auch das geistige und gesellige Leben ist, dank den zahlreichen wissenschaftlichen,‚ ekünstlerischen und gesellschaftlichen Vereinen, ein rsehr reges. Die bemerkenswertesten Punkte der „anmutigen subalpinen Umgebung sind die 189 m lange, 53 m hohe Kienbahngitterbräd uber das 3tief eingeschnittene Thal der Sitter, 4 km südwestlich von S., und die Aussichtspunkte Rosenberg (745 m), Freudenberg (885 m) und Vögelisegg 1962 m). Gechichte und Litteratur s. unter Sankt Gallen Kanton). ‚ lunter Elmina. Sankt Georg, brit. Fort an der Goldküste, s. rSankt Georg (Ritter von), Beiname des Prätendenten Jakob III. (s. d.). . Sankt Georgen (im Breisgau), Pfarrdorf im bad. Kreise Freiburg i. Br., EKm im WSW. von Freiburg, Station der Linie Heidelberg-Basel der Badischen Staatsbahnen, zählt (1885) 1767 22.— C. und hat Viehzucht und Weinbau. — im bad. Kreise und Amt Villingen, links an er Brigach, dem nördl. Quellfluß der Donau, 864 m über dem Meere, Station der Linie Offenburg-Singen der Badischen Staatsbahnen, zählt hoteeh 1888 (als Gemeinde 2397) evang. E. und at eine Gewerbeschule, Fabrikation von Uhren, Eemaillierten Zifferblättern, Uhrmacherwerkzeugen und Strohhüten. Die hier gegen Ende des 11. Jahrh. gestiftete Benediktinerabtei brannte nebst der Kloster-Ekirche 1633 ab und wurde nicht wieder aufgebaut, die Benediktiner ließen sich dann in Villingen nieder.