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Recht & StaatBrockhaus 1882

Scepter (grch.) war schon bei den Völkern des Altertums, namentlich bei den Hebräern und Griechen, das Zeichen einer gewissen Würde und Gewalt und wurde auch als Zeichen der übertragung dieser Gewalt an andere zur Ausführung bestimmter Zwecke gegeben. Bei den Römern führten die Könige ein S. von Elfenbein (scipio eburneus), später nur der Imperator triumphans eine solche Insignie. Bei dem S. zu schwören, war gleichfalls eine Sitte des Altertums. Im Mittelalter war das S. unzertrennlich von der Person des Regenten und wurde bei feierlichen Gelegenheiten demselben von eigens dazu bestimmten Beamten vorgetragen. Das S. allein galt als Repräsentant der Person und wurde so in vielen Fällen gebraucht, z. B. zur Übertragung der Richtergewalt einzelne Personen oder Korporationen. So war auch das Berühren oder Küssen des S. ein Zeichen der Unterwürfigkeit. Als Zeichen der unbeschränkten Richtergewalt führen auch die Rektoren der Universitäten das S. bei öffentlichen Feierlichkeiten und Gerichtssitzungen. Der Form nach bestand das S. aus einem langen Stabe, wie ihn noch in neuerer Zeit die Herrscher Frankreichs führten, nur daß diese das Zeichen der oberstrichterlichen Gewalt, eine Hand, auf demselben angebracht hatten. Das S. des Mittelalters ist ein kurzer Stab. (S. Tafel: Insignien, Fig. 5.) „Scepterlehne, Bezeichnung für die geistlichen Fürstentümer. (S. u. Fürst u. Fürstenlehne.) Seesaplana, der höchste Berg des Rhätikon (s. d.), erhebt sich 14 km südwestlich von Bludenz an der Grenze Ssterreichs (Vorarlberg) und der Schweiz (Graubünden) zu 2969 m Höhe über dem Meere. Die Stist ein steilwandigerKalkstock, aus dessen Scheitelfläche die oberste Spitze als schlanke Felspyramide zwischen dem Branderferner oder Scesaplana-Gletscher und der Toten Alp aufsteigt. Zur Erleichterung der Besteigung, die der großartigen Aussicht wegen sowohl von Bludenz, wie von Seewis aus häufig unternommen wird, dienen auf der Vorarlbergseite die Douglaßhütte am Lünersee (1924 m), auf der Prättigauerseite die Schamellahütte (2400 m) am Fuße der mächtigen Felsmauer, mit welcher das Massiv der S., hier auch Alpstein genannt, südlich abstürzt. Seey-sur-Saöne, Gemeinde im franz. Depart. Haute-Saöne, Arrondissement Vesoul, rechts an der Saöne, zählt (1881) 1694 E. und hat eine Salzquelle, einen Hohofen, ein Hammerwerk, Färberei und Olfabrikation.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 281Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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