Schaller (Jul.), deutscher Philosoph aus der Hegelschen Schule, Hire 13. Juli 1810 in Magdeburg, wo sein auch litterarisch thätiger Vater Prediger war, auf dem Lebnort Hahil daselbst und der Universität Halle gebildet, habilitierte sich an der letztern 1834 als Docent der Philosophie und erhielt 1838 eine außerord., 1861 eine ord. Professur daselbst. Während er die Angriffe gegen die Hegelsche Philosophie in der apologetischen Schrift Die Philosophie unserer Zeite (Lpz. 1837) zu widerlegen suchte, sprach er sich in «Der histor. Christus und die Philosophier (Lpz. 1838) über die philos. Elemente aus, welche Strauß im „Leben Jesuo zur Basis dienen. Außer vielen Beiträgen zu den «Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritiko und den ersten Jahrgängen der KHalleschen Jahrbücherv veröffentlichte er ferner Vorlesungen über Schleiermacher» (Halle 1844) und Darstellung und Kritik der Philosophie Ludw. Feuerbachs» (Lpz. 1847). Sein erstes Hauptwerk, die Geschichte der Naturphilosophie von Baco bis auf unsere Zeito Bd. 1, Lpz. 1841; Bd. 2, Halle 1844), sollte zur Einleitung in eine Naturphilosophie dienen. S. bearbeitete dann den zweiten Band der „Briefe über A. von Humboldts Kosmos »(Lpz. 1850), schrieb Die P rtev (2o in ihren Grundzügen und nach ihrem Wertes (Lpz. 1851), in welcher Schrift er die Haltungslosigkeit der phrenologischen Hypothese darthut, gab für 1853 mit Giebel das «Weltall eine Zeitschrift für populäre Naturkunde, heraus, und beteiligte sich an dem zwischen Karl Vogt und Rud. Wagner ausgebrochenen Prinzipienstreit mit der Schrift Leib und Seeles (Weim. 1855; 3. Aufl. 1858). Diese Studien und Schriften waren Vorläufer seines zweiten Hauptwerks: «Psychologiev, von welchem nur der erste, das «Seelenlebeno enthaltende Band (Weim. 1860) erschienen ist. Dieses Werk zeichnet sich durch umfassende naturwissenschaftliche Kenntnisse, Allgemeinverständlichkeit und sachliche Bestimmtheit aus. S. starb 21. Juni 1868 im Asyl für Gemütskranke zu Karlsfeld.