Fischer (Karl Phil.), deutscher Philosoph, geb. 5. März 1807 zu Herrenberg im württemb. Schwarzwaldkreise, studierte 1825—31 an den Universitäten Tübingen und München Philosophie. Nachdem er sich durch eine Abhandlung über die 4Freiheit des menschlichen Willenso zu Tübingen habilitiert hatte, begann er daselbst seine philof. Vorlesungen mit dem Sommersemester 1833 und wurde 1837 zum außerord. Professor ernannt. Im Herbst 1841 folgte er einem Rufe als ord. Professor der Philosophie an die Universität Erlangen, wo er in einer langen Reihe von Jahren vielbesuchte Vorträge über Logik und Metaphysik, Ethik, Religionsphilosophie und Geschichte der Philosophie hielt, bis er sich im Sommer 1876 durch seine leidende Gesundheit bestimmt sah, nach dem Kurort Cannstatt überzusiedeln. Waren seine obenerwähnte Abhandlung (1833) und sein Grundriß der Metaphysitv (1834) unreife Versuche, die Hegelsche und Schellingsche Philosophie zu verarbeiten, so ist seine Schrift Die Idee der Gottheit o (Stutig. 1839), in welcher er nach dem Vorgange von Leibniz, Schelling und Baader das System des ethischen Theismus begründete, sein erster selbständiger Versuch, zu welchem seine «Prüfung der spekulativen Dogmatik von Strauß » (2 Hefte, Tüb. 1841—42) einen kritischen Kommentar bildet. Nachdem er seine «Spekulative Charakteristik und Kritik des Hegelschen Systems » (Erlangen 1845) herausgegeben hatte, verfaßte er sein Hauptwerk: Grundzüge des Systems der Philosophie (3 Bde., Frankf. a. M. 1848—55), in welchem er die in der erwähnten Schrift begründete Weltanschauung systematisch entwickelte.