Schiffahrtsschulen oder Navigationsschulen nennt man diejenigen Lehranstalten, auf denen die Seeleute den zur Navigierung eines Schiffs nötigen theoretischen Unterrichtempfangen. Die Zöglinge lernen daselbst mit den nötigen Beobachtungsinstrumenten umgehen und die gemachten Beobachtungen und Messungen von Gestirnshöhen berechnen, zum Zwecke der Ortsbestimmung durch Länge und Breite. Diese Berechnungen gründen sich sämtlich auf die Mathematik, namentlich auf ebene und sphärische Trigonometrie. Deshalb soll die Mathematik auch den Hauptgegenstand des Unterrichts auf den S. bilden. Der Kursus dauert 18 Monate, wovon 12 Monate auf die Steuermanns⸗ und 6 Monate auf die Schifferklasse kommen. Ehe die Schifferklasse von den Schülern besucht werden darf, müssen sie nach Absolvierung der Steuermannsklasse und abgelegtem Examen 18 Monate als Steuermann 160 See gefahren haben. Die Aufnahme in die S. etzt eine praktische Vorbildung an Bord eines Kriegs⸗ oder Handelsschiffs von 48 Monaten Seefahrtszeit voraus.