Schlosser (Joh. Georg), deutscher Prosaist, geb. 1739 zu Frankfurt a. M., Goethes Jugendfreund, studierte in Gießen und Altdorf die Rechtswissenschaften, trat in die Dienste des Prinzen Friedrich von Württemberg zu Mömpelgard, ging dann nach Karlsruhe, wurde 1773 Amtmann in Emmendingen und heiratete, nachdem seine erste Gattin, Goethes einzige Schwester Cornelia, 7. Juni 1776 im Wochenbett gestorben war, 1778 die Tante der Brüder Friedrich Heinrich und Georg Jacobi, Johanna Fahlmer (gest. 31. Okt. 1821), eine geistreiche, durch den Verkehr mit Goethe berühmt gewordene Frau. (Vgl. «Briefe von Goethe an Johanna Fahlmero», herausg. von Urlichs, Lpz. 1875.) S. ward 1787 Geh. Hofrat in Karlsruhe und 1790 Geheimrat und Direktor des Hofgerichts. Im J. 1794 nahm er seine Entlassung und privatisierte erst in Ansbach, seit 1796 in Eutin. Im J. 1798 wählte ihn seine Vaterstadt Frankfurt zum Syndikus, wo er 17. Okt. 1799 starb. Sein «Seuthes, oder der Monarcho (Straßb. 1788) und andere