Schwaben zurück, wo sie Mitte Oktober bei Giengen ein festes Lager bezogen. Ohne einen großen Schlag zu wagen, lagen hier die beiden Heere, in denen Geldnot, Kälte, Mangel und Krankheiten furchtbar aufräumten, einander gegenüber. Nachdem die Nachricht von dem Abfall des Herzogs Moritz ins Lager gekommen war, zogen die Schmalkaldener am 22. Und 23. Nov. von dannen. Kurfürst Johann Friedrich eilte zurück, um sein Land wiederzugewinnen, und auch Landgraf Philipp kehrte heim. Die Bundesverwandten in Süddeutschland verzagten jetzt völlig und baten um Frieden. Im Laufe Dez. 1546 und Jan. 1547 unterwarfen iich dem Kaiser alle Reichsstädte, ebenso der Herzog Ulri von Württemberg. Sie mußten dem Schmalkaldischen Bunde entsagen und hohe Kriegskontributionen bezahlen. Dann wurde der Kurfürst Hermann von Köln gezwungen, zu resignieren (25. Febr.), und sein Nachfolger stellte den Katholizismus im Lande wieder her. Unterdeß hatte Kurfürst Johann Friedrich Kursachsen wiedergewonnen und sogar den Herzog Moritz aus seinen Erblanden verjagt. Die norddeutschen Bundesverwandten hielten treu zu ihm, und in Böhmen regte sich eine starke prot. Partei. Selbst Frankreich und England knüpften mit dem Kurfürsten Verbindungen an. Allein Karl V. zog nunmehr mit gesamter Macht heran und gewann 24. April 1547 die entscheidende Schlacht bei Mühlberg (s. d.), in welcher Johann Friedrich selbst gefangen wurde. Derselbe mußte durch die Wittenberger Kapitulation vom 19. Mai auf sein Land nebst der Kurwürde verzichten, welche Herzog Moritz erhielt. Landgraf Philipp, der jetzt ganz allein stand, schloß unter Vermittelung Moritz' und des Kurfürsten von Brandenburg eine Kapitulation und wurde, obschon er sich vor Karl V. zu Halle 19. Juni 1547 demütigte, in Haft genommen. Auch die norddeutschen Bundesverwandten, bis auf Magdeburg und Bremen, unterwarfen sich dem Kaiser, und damit war der Bund aufgelöst. Vgl. Viglius van Zwichem, «Tagebuch des Schmalkaldischen Donaukriegso(herausg. von Druffel, Münch. 1877); G. Voigt, «Die Geschichtschreibung über den Schmalkaldischen Kriego (Lpz. 1874); derselbe, »Moritz von Sachsen 1541 — 47 (Lpz. 1876); M. Lenz, «Die Kriegführung der Schmalkaldener gegen Karl V. an der Donauy („Histor. Zeitschrifto, 1883); derselbe, «Die Schlacht von Mühlbergo (Gotha 1879).