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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schriften noch hervorzuheben: „Bilder aus dem Nordenp (Jena 1851), (Goethes Verhältnis zu den organischen Naturwissenschaften» (Berlin 1853), „Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewußten (Lpz. 1876), «Descendenzlehre und Darwinismus „ (3. Aufl., Lpz. 1884) etc. Schmidt (CErich), Litterarhistoriker, Sohn des vorigen, geb. zu Jena 20. Juni 1853, in Schulpforta vorgebildet, studierte slawische und deutsche Philologie in Graz, Jena und Straßburg, wurde 1875 Privatdocent in Würzburg, 1877 als Professor nach Straßburg, 1880 nach Wien berufen, von wo er 1885 als Direktor des Goethe-Archivs nach Weimar übersiedelte. Er schrieb: Reinmar von Hagenau und Heinrich von Ruggey (Straßb. 1875), Richardson, Rousseau und Goethey (Jena 1875), Heinrich Leopold Wagnery (2. Aufl., Jena 1879), Lenz und Klingerp (Berl. 1878), «Lessing. Geschichte seines Lebens etc. (Berl. 1884). Schmidt (Ferd.), beliebter Volks⸗ und Jugendschriftsteller, geb. zu Frankfurt a. O. 2. Okt. 1816, besuchte das Lehrerseminar zu Neuzelle und wurde Kommunalschullehrer in Berlin. Seit 1845 widmete er sich neben seinem Berufe der Volks⸗ und Jugendschriftstellerei, in der er einen außerordentlichen Erfolg erzielte. Seine Schriften, welche volkstümliche Geschichtsbilder, Biographien hervorragender histor. Persönlichkeiten (Lessing, Schiller, Goethe, Gellert, Arndt, Humboldt, Mendelssohn, Pestalozzi, Fichte, Karl d. Gr., Friedrich d. Gr., Königin Luise, Washington, Franklin u. s. w.), ferner Darstellungen aus den Mythologien und der Heroengeschichte des klassischen und german. Altertums, endlich frei erfundene Märchen und Erzählungen umfassen, zeichnen sich ebensowohl durch das Edel-Menschliche und National-Sittliche ihres Inhalts, wie durch die Volkstümlichkeit und Frische ihrer Darstellungsart aus. Dieses gilt namentlich von seinen biographischen Jugendschriften, welchen dadurch, daß S. statt des lehrhaften Tons durch Vorführungen von interessanten Charakteren auf die Phantasie und das Gemüt der Jugend zu wirken sucht, ein hoher pädagogischer Wert beizumessen ist. Seine zahlreichen Arbeiten sind in verschiedenen Sammlungen vereinigt, so in der Jugendbibliotheko (73 Bde., Berl. 1855—85), in den Volkserzählungeno (2. Aufl., 8 Bde., Berl. 1867) und in den Volkserzählungen und Schilderungen aus dem berliner Volkslebeno (4 Bde., Bresl. 1868—-69). Ferner erschienen von ihm: Weltgeschichtefür Schule und Hausv(2. Aufl., 4 Bde., Berl. 1876), Preußens Geschichte in Wort und Bildo (5 Bde., Berl. 1862 — 74; 3. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1879—83) und «Frauengestalten in der Sage und der Geschichte aller Zeiten und Völkery (Jena 1881). Von S. ging die Anregung zur Stiftung des Vereins zum Wohle der arbeitenden Klasseno und des Vereins zum Wohle der heranreifenden Jugendo aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 428Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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